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Spanien Camino del Norte vom 01.09.2009 bis 05.11.2009

Der Jakobsweg entlang der Küste gilt als einer der ältesten Jakobswege. War er doch im ersten Jahrtausend sicherer als der Weg durchs Landesinnere.
Er beginnt in Bayonna (Frankreich) und durchquert in Spanien die Regionen des Baskenlandes, Kantabrien, Asturien und Galicien.

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In San Sebastian mache ich mich auf den Camino, natürlich nicht, ohne die Stadt anzusehen. Als Kind schon hatten die Namen der Städte San Sebastian und Bilbao für mich etwas exotisches und brachte das Fernweh in meinen Adern zum brodeln.
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Im Baskenland bin ich jetzt unterwegs und die Menschen sind sehr hilfsbereit und freundlich.

Das Interessante ist mit Sicherheit die Sprache. Baskisch ist eine der ältesten europäischen Sprachen und leitet von keiner anderen Sprache ab. In baskisch heiß die Sprache euskara und das Land Euskadi.

Hallo heißt Kaixo
Guten Tag heißt Egun on
Ja heißt Bai
Nein heißt Ez

In der Touristeninformation in San Sebastian erhalte ich ein achtsprachiges Heftchen mit den wichtigsten Wörtern, außerdem Karten und jede Menge Infos in deutsch. Danke!
Es lohnt sich ein oder zwei Tage in San Sebastian Station zu machen und diese Stadt am Golf von Biskaia, mit den vielen schönen Häusern und den vielen kulturellen Ereignissen, zu erleben.

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Bei wolkigem Himmel pilgere ich vom Campingplatz in San Sebastian los. Noch nicht mal eine Stunde unterwegs fängt es an zu regnen. So ein fieser Nieselregen mit Seitenwind. Lange bin ich dem aber nicht ausgesetzt. Als ein Auto hält und ein junges Paar mich, trotz Nässe, fragt ob sie mich mitnehmen können, sage ich natürlich nicht nein. Schon seit einiger Zeit habe ich mir angewöhnt, für solche Hilfen immer ein kleines Dankeschön mit mir herum zutragen.
In Orio sitze ich das Regenwetter aus und sehe in den Regenpausen den Surfern am Strand zu.
Ganz schön windig ist es hier.

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Die nächste Etappe ist eine Kurze, der nächste Campingplatz ist in Zarautz. Ein Surferstrand voll mit Menschen die am Abend an der Promenade entlang flanieren.
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In Eloriaga verlasse ich den Camino und folge dem GR 121 der in Itziar am Campingplatz vorbei führt, wo ich übernachte. Natürlich wie bei den letzten Plätzen auch, immer mit Meeresblick.
Über Deba mit der schönen Kirche gehe ich weiter, wieder den Camio verlassend um einen Campingplatz zu finden, nach Mutriku.

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Ab Mutriku folge ich dem Camino der von der Küste weg in die Provinz Bizkaia führt. Mein nächster Halt ist Markina-Xemein, ich übernachte, schlafe aber nicht, in der Pilgerherberge. Da ich bis jetzt immer etwas antizyklisch gelaufen bin (um 10:00 Uhr losgelaufen) und im Zelt übernachtet habe, treffe ich hier erstmals auf andere Pilger die schon in der Dunkelheit aufbrechen. (Warum auch immer)

In Zenarruza gibt es ein Kloster das absolut sehenswert ist. Als Pilger hat man auch die Möglichkeit hier zu übernachten
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Leider gibt es im Landesinneren in der Provinz Bizkaia keinen Campingplatz am Camino. Meine nächste Übernachtung ist 1 km vom Weg ab, in einer Alberge in Mendata, alleine. Ich kann nur jedem empfehlen diesen kleinen Umweg zu machen. Mendata ist ein kleiner aber feiner Ort auf einer Anhöhe und man hat einen Rundumblick auf die Bergwelt.
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Die Landschaft ähnelt dem Schwarzwald sehr und als ich herunter nach Gernika-Lumo komme, staune ich nicht schlecht als ich sehe, daß Pforzheim im Schwarzwald >klick hier< die Partnerstadt von Gernika-Lumo ist.

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Nach einer Mittagspause pilgere ich weiter nach Morga. Hier ist ein private Alberge in der außer mir noch ein Pilger aus Italien übernachtet.
Da es bis Bilbao noch etwa 27 km sind mache ich nochmals einen Zwischenstop in Lezama wo bis Ende September eine Pilgerherberge geöffnet hat.
Bilbao liegt, umgeben von Bergen, in einem Tal und als ich herab laufe verliere ich das Pilgerzeichen aus den Augen. Ein Mann der mich suchend an der Straße stehen sieht, schickt mich zur Basilika de Begona. Ob ich da den gelben Pfeil der mir bis jetzt den Weg gewiesen hat, finden werde, weiß ich nicht, aber ich gehe einfach mal hin. Schaden kann es ja nicht. Da sehe ich einen Menschenauflauf, alle sehr fein gekleidet und ich traue mich mit meinem Wanderoutfit nicht in die Kirche. Neugierig wie ich bin warte ich erst mal ab um zu sehen was da passiert und siehe da, es fährt ein mit Blumen verzierter Wagen vor und heraus steigt eine wunderschöne Braut die von ihrem Vater in die Basilika begleitet wird.

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Die Hochzeit warte ich aber nicht ab, denn ich sehe den gelben Pfeil und hinab geht es die 250 Stufen in die Altstadt von Bilbao.

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In der Touristeninformation erhalte ich einen Stadtplan und die Adressen der Campingplätze in der näheren Umgebung von Bilbao. Ich entscheide mich für Sopelana, der unweit vom Strand entfernt ist. Aus Deutschland hat sich Besuch angekündigt und Bilbao möchte ich mir etwas genauer ansehen, also mache ich hier erst mal Pause.

Was Pilger so alles auf dem Camino verlieren. Alles Altlasten die sie nicht mehr gebrauchen können. Ich hätte das auf dem Flohmarkt verkauft. Einen Moment überlege ich mir ob ich das alles einsammeln und einer gemeinnützigen Ogranisation spenden soll. Aber nein, alles eng am Körper getragene Kleidungsstücke...
Unterhosen und Socken
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BH
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Badeschlappen
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In Bilbao besucht mich mein Sohn Adrian. Das Wetter passt zum Museumsbesuch, es regnet, wir sehen uns das Guggenheimmuseum an. Ein sehr interessantes Gebäude, an dem es außer dem Fußboden, keine geraden Flächen gibt. Auf drei Etagen ist außergewöhnliche Kunst zu bewundern.

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Am nächsten Tag meint es das Wetter wieder gut mit uns. Da wir in Sopelana etwas abseits der Route sind, fahren wir mit der Metro nach Arreba um den Rio de Bilbao zu überqueren. Entweder kann man über die 50m hohe Brücke laufen, oder die Fähre nehmen. Von den schwindelnden Höhen und vom Klettern habe ich vorerst genug, wir nehmen die Fähre.

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In Portugalete angekommen, laufen wir zunächst von Verkehrslärm begleitet aus der Stadt heraus. Danach wird es merklich ruhiger und als wir das Meer erblicken, sind wir schon etwas mehr motiviert. Einen Campingplatz gibt es hier keinen, so nehmen wir das Angebot der Pilgerherberge in Pobena an.
Um das Schnarchkonzert etwas abzudämpfen, fülle ich meine Ohrmuscheln mit Toilettenpapier und decke meine Augen mit einem Stirnband zu. Wecken ist um 6:30 Uhr, es ist noch dunkel. Um 8:00 Uhr sollten alle draußen sein.

---Um am Morgen aufzuwachen hat der liebe Gott für uns die Sonne kreiert und nicht den Wecker. Der ist eine Erfindung des Menschen.---

Da das Leben in Spanien erst um 9:00Uhr beginnt, hat noch keine Kneipe offen. Ein paar Kekse und Milch stehen aber in der Alberge zum Frühstück bereit.
Zum warm laufen geht es ein paar Treppen hoch.

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Ein schöner Weg entlang der Küste bis nach Oton

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Außerhalb von Oton entdecken wir eine Tankstelle es gibt endlich ein paar belegte Brote zum essen. Entweder haben wir ein paar Zeichen übersehen, oder der Camino geht direkt an der N 634 entlang. Nach 1km drehen wir um, denn das ist nach den stillen Wochen in den Pyrenäen, Stress pur für mich. An einer Bushaltestelle halte ich aus versehen meinen Daumen in die Luft und das erste Auto hält an und nimmt uns mit nach Castro Urdialles. Kaum haben wir unsere Zelte aufgebaut, fängt es an zu regnen. Die nächsten Tage sitzen wir im Trockenen die Regenzeit aus. Meistens schüttet es wie aus Kübeln. Immer wieder denke ich an die Pilger, die bei jedem Sauwetter die Alberge verlassen müssen.
Castro ist kein wirklich schöner Ort, in einer Regenpause brechen wir unsere Zelte ab und fahren mit dem Bus nach Sandanter.
Hat uns in Castro der Regen nicht weiter ziehen lassen, so hat uns in Sandanter die Sonne, die feinen Sandstrände und diese schöne Stadt festgehalten.

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Santander ist die Hauptstadt von Kantabrien und bewirbt sich für das Jahr 2016 Kulturhauptstadt zu werden. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Stadt mit ihrem besonderen Fläir diesen Titel verdient hat.
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Zwischendurch werfen wir einen Blick weit zurück in die Vergangenheit.

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Wir besuchen Santillana del Mar und nicht weit davon entfernt die Höhlen von Altamira. Die Höhlen wurden zwischen 16000 v. Chr. bis 11000 v. Chr. von Menschen genutzt. In der Höhle sind etwa 930 Malereien entdeckt worden. Die orginale Höhle wurde 1979 geschlossen, da die Kunstwerke durch den Besucherstrom sich aufzulösen drohten. Es gibt ein Museum in dem die Höhle orginalgetreu nachgebildet wurde. Im Museum sind viele Gegenstände des damaligen Gebrauches ausgestellt.

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Schweren Herzens verabschiede ich mich von meinem Sohn (wer weiß wann wir uns wieder sehen) und einen Tag später von Santander.
Da ich nicht durch die ganze Stadt laufen will, nehme ich den Bus bis San Vicente da Barquera und übernachte auf dem Campingplatz der direkt am Meer liegt.

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In Asturien angekommen ist das nächste Etappenziel Colombles, die Stadt mit den schönen Häusern. Für Asturien erhalte ich in der Touristeninformation Broschüren für die Campingplätze, die Albergen und eine Karte.

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Hier gibt es die Möglichkeit in der Sporthalle zu übernachten. Nach mir kommen noch 6 Männer an und mir dröhnen schon die Ohren als ich an das Schnarchkonzert denke. Also mache ich mich auf die Suche nach einer anderen Übernachtungsmöglichkeit. Wie ich so herum frage, bietet mir jemand eine Wohnung an, in der zur Zeit keiner ist. Danke!
Der Camino von Colombres nach Llanes ist nur für die Pilger geeignet,, für die das Brummen der PKW und LKW-Motoren Musik in den Ohren ist, die Abgase als eine besondere Duftnote empfinden und sich gerne den Staub aus den Augen wischen.

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Alle anderen sollten den Bus nehmen und sich in Llanes einen schönen Tag machen. Der Camino führt weiß der Geier warum, direkt an der Straße entlang. Parallel dazu wird auch noch die Autobahn gebaut und unzählige LKW ś transportieren die Erde weg.
Oder den E 9 laufen, der an der Küste entlang führt. Teilweise sind der E 9 und der Camino ein Weg. Warum das von Colombless nach Llanes nicht so ist, verstehe wer will.
In Llanes mache ich Pause und kaufe mir nach dieser schrecklichen Straßenwanderung ein Fahrrad.
Jetzt tun mir nicht nur die Füße weh, sondern auch noch der Hintern. Natürlich ist meine Muskulatur zum Radfahrern gänzlich unterentwickelt, sodass ich 40% des Caminos laufe und schiebe. Aber ich habe die Möglichkeit die Gegend zu erkunden und kann auch mal einen Umweg fahren, wenn dieser schöner ist.

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Schön und wild mit herrlichen Sandstränden kredenzt sich die zerklüftete Küste Asturiens und im Hintergrund sind die Picos de Europa zu sehen.

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Es wird Herbst, auch im warmen Spanien und viele Campingplätze haben bereits geschlossen.
Die nächste Etappe führt mich teilweise auf dem E 9 entlang der Küste und auf dem Camino, nach Piferes zu einer schönen Herberge. So gepflegt und geschmackvoll eingerichtet habe ich bis jetzt noch keine gesehen. Klein aber fein mit Kochgelegenheit. Erfreulicherweise bin ich alleine hier.
Eine schöne Etappe von Piferes nach La Isla. Mit dem Fahrrad macht es so richtig Spass über die Dörfer zu radeln. Bergauf schiebe ich immer noch, bergab kann ich mich dann ausruhen.
In der Nacht hat es angefangen zu regnen, so zögere ich meinen Aufbruch hinaus und mache die Alberge in La Isla noch etwas sauber.
Bis Gijon ist es für mich ungeübte Radlerin eine Riesenetappe. Die Stadt, am Meer gelegen, ist zwar schön, hat aber nicht die Ausstrahlung von Santander.

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Typische Vorratsspeicher in Asturien. Mais, Bohnen, Zwiebeln... werden von Nagern gesichert in diesen Häusern getrocknet und gelagert.

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Nach Gijon verliere ich an einer Baustelle die Markierung des Camino aus den Augen. Ein Stück folge ich der Hauptstraße. Auf einer regionalen Karte, die es in jeder Touristeninformation gibt, sehe ich einen Küstenweg. Als ich jemanden danach frage, fährt er mit dem Auto voran und bringt mich auf den richtigen Weg. Es ist die alte Eisenbahnlinie. Sie führt ebenerdig und schön an der Küste entlang nach Perlora. Das einzige Hindernis um auf diesen Weg zu kommen, ist eine Treppe und ich schiebe mein bepacktes Fahrrad hinauf. In Perola gefällt es mir sehr gut und ich bleibe zwei Tage auf dem Campingplatz.

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Von Candas nach Luanco fahre ich auf der Straße, dann folge ich wieder dem Küstenweg über das Cabo Penas nach Aviles. Eine tolle Rute die ich jedem empfehlen kann, allerdings geht es des öfteren bergauf und bergab.

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Aviles ist zwar eine Industriestadt, doch läd die schöne Altstadt zum bummeln ein. Hier übernachte ich in der Pilgerherberge, wo die Pilger sehr freundlich empfangen werden. Es ist auch gut für mich mal wieder auf einige Weggefährten zu treffen.

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Der Morgen ist frisch als ich in kurzen Hosen und im T-Shirt in Aviles losfahre. Mal folge ich dem Camino mal verliere ich ihn wieder aus den Augen. Egal, es war eine feine Tour durch eine beeindruckende Landschaft. Ich peile den Campingplatz in San Petro de la Ribera an. Leider hat er schon geschlossen und ich finde mich damit ab, dass ich noch 10 km weiter muss. Da komme ich im nächsten Ort wieder auf den Camino und finde einen Pfeil zur Alberge in Soto de Lunina. So finde ich mal wieder genau das was ich brauche zur rechten Zeit am rechten Ort.

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Bergauf geht es am nächsten Morgen.
Novellana ist ein schmuckes Dorf.
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Als ich hier durch fahre, kriecht mir ein warmer Sauerkrautduft in die Nase. Reflexartig läuft mir das Wasser im Munde zusammen und für die Dauer eines Wimpernschlages bekomme ich einen Anflug von Heimweh. Ich schlucke beides hinunter, blicke auf das Meer hinaus und genieße die schöne Strecke, die teilweise für Autos gesperrt ist, nach Luarca.

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Der Campingplatz hat ganzjährig geöffnet, liegt sehr schön und bietet einen herrlichen Blick auf das Meer und das Städtchen Luarca.

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Vom Meer her weht ein kräftiger Wind, der den Himmel von den Wolken befreit.
Das letzte mal in Asturien übernachte ich auf einem Campingplatz kurz vor Ribadeo und es hat in der Nacht gerade mal 4 Grad. Am Morgen mag ich gar nicht aus meinem Schlafsack kriechen. Als dann aber die Sonne auf das Zelt scheint, wird es wieder warm.

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Über diese Brücke gelange ich nach Galicien und ich verabschiede mich in Santa Cruz vom Meer und der schönen Küste. Ab jetzt geht es ins Landesinnere und ab Ribadeo sind es noch etwa 200 km bis nach Santiago de Compostela. Nach fast fünf Monaten reisen fiebere ich meinen Ziel so langsam entgegen.

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Da die letzte Nacht sehr kalt war, freue ich mich in der sehr schönen Alberge in Vilanova übernachten zu können und ich bin alleine, freu.
Bis Santiago de Compostela übernachte ich immer in den Albergues de peregrinos. Das sind meistens einfache Unterkünfte für Pilger. Dazu braucht man einen Pilgerausweis und kann nur einmal je Alberge übernachten (außer man ist krank). In einigen Albergen kann man gegen eine Spende übernachten, in Anderen habe ich zwischen 3,00€ und 5,00€ bezahlt. Betreut werden die Albergen von den Hospitaleros der Jakobsbruderschaften.

In dieser Gegend von Galicien wird noch intensiv Landwirtschaft betrieben und ich komme durch viele ursprüngliche Dörfer.

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Verlassenes Gehöft in Galicien
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Wegbeschreibung des Camino
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Vorratsspeicher in Galicien

Die Alberge in Miraz wird von den Hospitaleros der englischen Jakobsbruderschaft betreut. Sehr nette Atmosphäre.

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In der Nacht hat es geregnet, trotzdem sieht die Landschaft bemerkenswert aus.

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In Melide treffen die verschiedenen Jakobswege zusammen und ich bin überrascht auf wie viele Pilger ich treffe.

Die gelegentlichen Regengüsse vom Vortag gehen heute in Dauerregen über. Der Matsch auf den Wegen vermischt sich mit den aufgeweichten Hinterlassenschaften der Kühe. Durch dieses besondere Gemisch quäle ich mich fast den ganzen Tag hindurch. Total durchnässt komme ich in der Alberge Santa Irene an. Nach einer heißen Dusche und einem guten Abendessen geht es mir schon besser. Gerade mal zu dritt übernachten wir in der Alberge. Am letzten Tag vor Santiago treffe ich auf Pilgerscharen und ich bin überrascht wie viele den Camino Frances laufen.

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Monte do Gozo ist der Berg der Freude und man hat einen schönen Blick auf Santiago.
In alter Tradition haben sich hier die Pilger, bevor sie nach Santiago gingen, gewaschen. Da ich heute schon drei Regengüsse hinter mir habe, fühle ich mich nicht nur sauber, sondern auch gut durchnässt und ich erspare mir dieses Ritual.

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Die Regenpause nutze ich um mich bei der Fahrt nach Santiago vom Fahrtwind trocknen zu lassen und zügig den nächsten Campingplatz anzufahren um mein Zelt aufzustellen.
In Santiago de Compostela ist das Sehenswerteste mit Sicherheit die Kathedrale und ein paar weitere Denkmäler laden zum Besuch ein. Ansonsten hat die Stadt für mich keine besondere Ausstrahlung sondern ist in erster Linie auf Touristen (Pilger) und auf deren Geld fixiert.

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Über den Dächern von Santiago
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Natürlich möchte auch ich mal das Ende der Welt sehen, so pilgere ich über Murxia nach Finsterra.
Unterwegs quere ich die Straße der Dolmen. Eine habe ich aufgesucht, die Anderen waren mir zu weit ab von meinem Weg. Dolmen sind ein aus mehreren Steinblöcken errichtetes Bauwerk aus der Megalithkultur.

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In Murxia, so berichtet die Legende ist die Jungfrau Maria in einem Schiff aus Stein (barca de pedra) gereist, um Jakob Mut zuzusprechen.
Wie auch immer, es ist ein schönes Städtchen vom Meer umgeben und ich bleibe zwei Tage hier.

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Von Murxia nach Finsterra geht es bergauf und bergab, ganz schön anstrengend. Wieder laufe ich die Hälfte des Weges.
Wer der Meinung ist, dass es sich mit dem Fahrrad leichter pilgert, der täuscht sich ganz schön. Es ist eben nur anders.
Als ich in Fisterra ankomme, verstehe ich warum dieser Ort als das sichtbare Ende der Welt bezeichnet wird. Für mich sieht es auch so aus, liegt vielleicht am Regen.

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So langsam aber sicher habe ich genug vom pilgern und ich mache mich zügig auf dem Rückweg nach Santiago über Cee. An beiden Tagen werde ich so richtig naß und im wahrsten Sinne des Wortes habe ich die Nase voll und dazu kommt auch noch ein Husten.

Für die meisten Pilger ist der Pilgerweg in Santiago zu Ende und sie fahren wieder nach Hause. Doch in so manchen Gesichtern sehe ich eine Veränderung. Manche Augen leuchten, manche Gesichter drücken eine entspannte Gelassenheit aus und der Eine oder Andere ist etwas ernsthafter und nachdenklicher geworden. Mit Sicherheit wird der Alltag, den Ihr nach der Rückkehr wieder aufnehmen werdet, nicht der selbe sein.

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Allen denen ich auf dem Camino begegnet bin möchte ich auf diese Weise einen herzlichen Gruß senden und mich bedanken. Sei es für ein Stück des gemeinsamen Weges, für die Tipps die ich erhalten habe oder für die netten Worte. Es war mir eine Freude Euch kennengelernt zu haben und eine noch größere Freude wird es für mich sein, wenn ich etwas von Euch höre (lese).
Bitte denkt immer daran, wie auf dem Camino so ist es auch im Leben.

„Mit jedem Tag der vergeht hast du etwas mehr hinter dir und etwas weniger vor dir. Sei bestrebt, aus dem was Tag für Tag weniger wird, das Beste zu machen."

Meine Reise geht jedoch weiter, ich will ja mindestens einmal um die Welt und ich freue mich wenn Ihr mich begleitet.

 

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