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Spanien Pyrenäen GR 11 vom 24.07.2009 bis 31.08.2009

Mit dem Zug fahre ich von Arles nach Figueres (Spanien) und übernachte in einem Hotel, da der Campingplatz weit außerhalb der Stadt liegt. Eine lebhafte Stadt, deren Sohn Salvator Dali ist. Es gibt ein Dali Museum, leider fahren heute am Samstag nur zwei Busse nach Albanya so bleibt mir keine Zeit um mir die Werke von Dali anzusehen.

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Die Pyrenäen bezeichnen einen Gebirgszug der von Mittelmeer zum Atlantik verläuft und Spanien von Frankreich trennt.
Es gibt drei Weitwanderwege die durch die Pyrenäen vom Mittelmeer zum Atlantik (oder in umgekehrter Richtung) verlaufen.
Einer führt über die höchsten Gipfel der HRP, entlang der Grenze und erfordert alpine Kenntnisse, der GR 10 verläuft auf der französischen Seite entlang der Pyrenäen, weist einige Regentage auf und ist auch im Sommer etwas kühler. Der GR 11 verläuft auf der spanischen Seite entlang der Pyrenäen, den möchte ich laufen.

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Einen Kartensatz der die einzelnen Etappen aufführt habe ich mir in Figueres gekauft. Es sind insgesamt 47 Etappen. In wieweit und ob genau so ich alles laufen werde weiß ich noch nicht.

1. Tag 26.07.2009
Genau zwei Monate nach meinem Start in Deutschland steige ich in den GR 11 in die Pyrenäen ein.
Übernachtet habe ich auf dem Campingplatz in Albanya, der GR 11 verläuft direkt daran vorbei.
Um 10:00 Uhr starte ich bei strahlend blauem Himmel und 26 Grad im Schatten. Ich decke mich mit Lebensmitteln und Toilettenpapier für zwei Tage ein, fülle meine Wasserflasche und trinke nochmals kräftig Wasser.
Leider ist die Wasserstelle Can Nou ganz ausgetrocknet. Ich vertraue aber darauf Wasser zu finden. So besteige ich meinen ersten Tausender in den Pyrenäen und mein Wasservorrat wird immer weniger. Bei der Wärme und dem Anstieg läuft mir der Schweiß literweise aus dem Poren. Als ich auf dem Coll de Bassegoda ankomme, sitzt da ein Pärchen aus Holland und hat es sich in ihrem Camingbus bequem gemacht. Da sie genug Wasser haben, geben sie mir etwas ab. Danke!
Ich laufe weiter wieder Abwärts und denke mir dass ich es bis zur nächsten Wasserstellen in Sant Anjol d`Aguja schaffen werde.
Zwei km davor finde ich ein herrliches Plätzchen um mein Zelt aufzuschlagen. Hier gibt es eine Feuerstelle und so wie es aussieht haben hier schon Andere übernachtet. Die Socken werden heute nicht gewaschen, denn ich habe nur noch drei Schluck Wasser, einen gibt es vor dem Einschlafen, den Anderen morgen früh nach dem Aufwachen und den Dritten nehme ich mit auf den Weg.

 

 

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2. Tag 27.07.2009

Wie gut dass ich hier oben übernachtet habe, denn der Abstieg war doch etwas kniffelig. Jedenfalls war ich gestern Abend zu müde dazu.

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Die Qulle in Sant Anjol d`Aguia hat auch Wasser. Einen Liter trinke ich sofort 1 ½ nehme ich mit auf den weiteren Weg. Sant Anjol d`Aguia ist ein schönes Plätzchen, zelten ist aber verboten. Hier treffe ich einige Ausflügler die eine Wanderung machen und picknicken.

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Nach einer Pause gehe ich weiter den nächsten Berg besteigen. Der ist zwar nur 800m hoch, der Aufstieg hat es aber in sich. Tittsicher und schwindelfrei sollte man schon sein, aber die Aussicht ist klasse. Mein Wasser geht schon wieder zu neige und ich hoffe, dass die nächste Quelle nicht ausgetrocknet ist. Sie hat Wasser Gott sei dank, kurz darauf finde ich auch ein nettes Plätzchen fürs Zelt. Da ich Wasser habe, gibt es Käsenudeln zum Abendessen.

 

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3. Tag 28.07.2009

Kurz nach meinem Start habe ich eine junge Frau aus Deutschland getroffen und wir wanderten den ganzen Tag gemeinsam bis nach Beget, da es in Beget keinen Laden zum Einkaufen gibt,
sind wir nach einem Salat weiter nach Can Planes gelaufen. Hier wohnt eine Schweizerin die Zimmer vermietet und auch essen anbietet. Wir konnten unser Zelt aufstellen und das essen haben wir selber gekocht.

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4. Tag 29.07.2009

Bei Tagesanbruch sind wir los gelaufen bis nach Mollo.
Hier haben wir wieder Proviant eingekauft um auf den Coll de Llines (1800m) hinauf zu steigen. Kurz vor dem Gipfel habe ich dann mein Nachtlager an einem schönen Plätzchen, mit einem herrlichen Ausblick, errichtet. Meine Begleiterin ist weiter gelaufen, mal sehen ob wir uns wieder treffen. Da ich auf einer Hochweide bin, leisten mir die Kühe auf dem Nachbargrundstück Gesellschaft. Das Gebimmel ihrer Glocken wird mich morgen wecken.

5. Tag 30.07.2009

Am Morgen erlebe ich einen herrlichen Sonnenaufgang. Im Tal macht sich Nebel breit und die Sonne zaubert ein Farbenspiel durch den Nebel über den Horizont.
Den letzten Rest zum Gipfel des Coll de Lliens ist einfach zu erreichen. Unterwegs quert ein schöner Fuchs meinen Weg. Dann laufe ich hinab über die Hochweiden und durch Kiefernwälder nach Setcases.

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Setcases ist ein Touristenstädtchen. Es gibt zwei Läden hier und ich decke mich für zwei Tage mit Proviant ein. Eine Quelle gibt es in Setcases wenn man vom Berg hinunter kommt, gleich rechts 300 Meter am Bach entlang, noch bevor man auf die Hauptstraße kommt.
Jetzt geht es stetig bergauf, zunächst der Straße, dann immer am Bach entlang. Ich laufe bis zum Refugio d`Ulldeter. Da ich keine Energie für einen weiteren Aufstieg habe, übernachte ich im Refugio auf 2000 m Höhe.

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6. Tag 31.07.2009

Vom Refugio steige ich noch ca. 1 Stunde weiter auf, dann frühstücke ich gemütlich und ausgiebig. Dabei genieße ich die herrliche Aussicht.

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Gut gestärkt geht es steil nach oben. Mit meinen 20 kg auf dem Rücken, Schritt um Schritt ganz langsam immer wieder mit Pausen in denen immer mehr Gipfel zum Vorschein kommen. Mit jeden 100 Meter die ich aufsteige, erfindet sich die Schönheit dieser Bergwelt aufs Neue.
Viele überholen mich, hier oben ist ganz schön was los. Zwei Männer, die an mir vorbei stürmen, warten oben und wollen wohl sehen ob ich es auch schaffe. Der Eine fragt mich wo ich hin will, ich sage ihm zum Atlantik, er meint, wie lange ich denn brauchen werde, ich sage ihm, dass das egal ist und dass ich schon zwei Monate unterwegs bin. Dann gehen sie weiter. Ich genieße noch eine Weile die Aussicht und mache mich weiter auf den Weg.

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Unterwegs genieße ich den Anblick der Murmeltiere, der Gämse, Pferde und seltenen Pflanzen.

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Noch nie im meinem Leben bin ich auf 2824 m hoch gestiegen. Es ist traumhaft schön, ein unbeschreibliches Glücksgefühl erfasst mich, einerseits dass ich es geschafft habe, andererseits über diese Schönheit der Landschaft.

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Vom Coll de Tirapits führt der Weg entlang der Grenze zu Frankreich zum Coll de Caranca, Coll de Noncerus und Abwärts nach Nuria.
Nuria ist kein richtiger Ort, sondern ein Ausflugsziel. Eine Zahnradbahn fährt hier hoch, es gibt einen Skilift, eine Museum, einige Läden und einen Campingplatz auf dem ich übernachte. Duschen fällt aus, denn die ist eiskalt. Nuria liegt auf 2000 m Höhe, so ist auch die Nacht etwas frisch.

Auch die Kühe nutzen der GR 11, natürlich lasse ich der Herde den Vortritt.
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7. Tag 01.08.2009

Heute Morgen als ich in Nuria aus meinem Zelt krabble bemerke ich, dass die Innenseite des Außenzeltes trocken ist. Normalerweise ist diese vom Kondenswasser feucht. Das ist für mich ein Zeichen, dass es in den nächsten 12 Stunden Regen gibt.
Der gestrige Tag war recht anstrengend, so möchte ich den heutigen Tag etwas gemütlicher angehen. Um mir den Abstieg nach Queralbs zu ersparen, fahre ich mit der Zahnradbahn hinunter nach Queralbs, kaufe für einen Tag Lebensmittel ein, suche und finde die rot/weise Markierung die mich wieder auf den GR 11 bringen soll. Ich laufe und laufe und finde keine Markierung mehr, drehe um laufe zurück, finde die Quelle um meine Flasche zu füllen und auch die Markierung.
Dann laufe ich plötzlich der gelb/weißen Markierung entlang, das ist ein regionaler Wanderweg, drehe nach 1 km um und finde wieder den GR 11, groß, dick, und rot/weiß. Ich habe sie einfach übersehen. So geht es den ganzen Vormittag weiter. Ich verlaufe mich bestimmt fünf mal und brauche eine Ewigkeit bis ich an der Stelle bin wo sich der GR 11 und der GR 11-8 sich treffen.

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Hier mache ich erst mal Pause und esse. Weiter folge ich dem GR 11 und der gelb/weisen Markierung, die hier zusammen verlaufen. Ein schöner, gemütlicher Aufstieg auf den Collet de les Barraques, mit einer herrlichen Aussicht auf die Bergwelt.

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Beim Abstieg folge ich plötzlich nur noch der der gelb/weißen Markierung. Ich überquere die Straße, die in Serpentinen nach Planoles führt, und folge weiter gelb/weiß durch den Wald nach unten. Als ich das 2.Mal die Straße kreuze kommt mir das seltsam vor, denn ich weiß nicht wo dieser Weg endet und so laufe der Straße entlang abwärts. Ein Paar aus Holland kommt mir entgegen, die haben weiter unten auch keine Markierung gefunden und wollen gelb/weiß durch den Wald nach unten laufen. Ich bleibe auf der Straße, denn ich habe keine Lust mehr auf Schnitzeljagt. Er meint mal sehen wer als erster auf dem Campingplatzs ist. Nach 20 Minuten abwärts laufen, höre ich ein Auto und wie von selbst geht mein Daumen nach Außen und zwei spanische Jungs nehmen mich bis zum Campingplatz mit. Jubel!
Zelt aufbauen, duschen, jetzt sind die Holländer auch da, Wäsche waschen, ich bin völlig erledigt, lege mich hin und ich höre ein Grollen das ich zunächst ignoriere. Das Grollen wird lauter, es nähert sich ein Gewitter, ich nehme die Wäsche ab und spanne das Zelt mit den zusätzlichen Abspannleinen. Als ich wieder ins Zelt krieche fallen die ersten Regentropfen. Plötzlich hört sich der Regen etwas seltsam an, Hagel, ich halte meine Hände gegen die Zeltwand und wie Nadelstiche schlagen die Hagelkörner auf meine Hände. Hoffentlich gib das keine Löcher ins Zelt. Bald ist der Spuck vorbei und es regnet nur noch. Eingekuschelt in meinen Schlafsack höre ich noch eine Weile dem sanften Prasseln der Regentropfen auf das Zeltdach zu und schlafe dann ein.
Nach 7 Tagen wandern, merke ich, dass meine Wahrnehmung und meine Konzentration nachlassen. In Planoles lege ich eine Erholungspause ein.

8. Tag 02.08.2009 Pause
9. Tag 03.08. 2009 Pause

    10. Tag 04.08.09

    Ausgeruht breche ich von Planoles auf und folge wieder der Markierung des GR 11, der einen Schlenker durch den Ort macht. Wenn man nichts einkaufen muß, kann man sich diesen Weg sparen und direkt vom Campingplatz nach Planes laufen. Nach Dorria begleiten mich unzählige Schmetterlinge auf dem Weg. Leider halten diese Schönheiten für ein Photoshooting nicht allzulange still.
    Dorria ist ein hübsches Dorf aber es ist kein Mensch zu sehen, ist wohl Siesta. Nur ich quäle mich bei der Affenhitze den Berg hinauf, durch Kiefernwälder auf den Coll de la Creu de Meians. Auf dem Coll Marcer würde ich gerne übernachten, jedoch sind hier überall Pferde auf der Weide und ich weiß nicht wie die auf meine Anwesenheit reagieren. Also laufe ich Abwärts Richtung Pugcerda und finde auf einer Waldlichtung ein nettes Plätzchen zum übernachten. Wieder leisten mir Kühe Gesellschaft.

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    11. Tag 05.08.09

    Ein kurzer Wandertag der schon in Pulgcerda auf dem Campingplatz endet. Da die hier Wifi haben ist Internettag,

    12. Tag 06.08.09

    So richtig komme ich heute nicht im Schwung, bis 8:30 Uhr habe ich geschlafen, nach dem Frühstück habe ich gemütlich gepackt und eine Tankstelle ausfindig gemacht da mein Benzin zum kochen alle war, dann bin ich zu einem Supermarkt gelaufen der total überfüllt war. Fast zwei Stunden habe ich zum Einkaufen gebraucht und bis ich durch die Kasse war.
    Jetzt war es 13:00 Uhr und es hatte 30 Grad im Schatten. 4 Km bis zum nächsten Campingplatz bin ich noch gelaufen, dann mache ich es wie die Spanier, Siesta, Morgen ist auch noch ein Tag.

    13. Tag 07.08.09

    Gewitterpause und da ich sonst nichts zu tun habe, gehe ich in Puigcerda shoppen. In den 2 ½ Monaten in denen ich reisend-lebe, habe ich meine Fettreserven ganz schön abgebaut. Meine Hosen sind mit um 7 cm zu weit geworden.

    14. Tag 08.08.09

    Am Morgen sah das Wetter ganz gut aus, ich machte mich auf den Weg den nächsten Gipfel zu stürmen. So ganz gelingt mir das aber nicht, denn ich komme in ein fürchterliches Gewitter mit allem was dazu gehört. Regen, Hagel, Sturm, Blitz und Donner. Abgedeckt mit der Zeltunterlage harre ich unter einer Kiefer aus. Das Wasser schießt in Bächen den Hang hinunter, nach einer halben Stunde habe ich die Warterei auf besseres Wetter satt und stiefle bei dem Sauwetter weiter den Hang hinauf. Dann endlich sehe ich das Refugio doch vor mir auf der Wiese steht überall das Wasser. Ich wate hindurch meine Schuhe sind eh schon nass.

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Im Refugio warten schon vier Spanier auf besseres Wetter. Ich trockne mich erst mal ab und ziehe mir trockene Kleider an. Nach einer Stunde hört es auf zu regnen und die Spanier gehen weiter nach Puigcerda. Durchgefrohren wie ich bin, entfache ich ein Feuer im Kamin, richte mein Abendessen und freue mich, dass ich hier meine Ruhe habe. Die dauert aber nicht lange, es kommen noch fünf Franzosen plus drei Kinder. Es war an diesem Samstag Abend ganz schön was los in dieser Hütte. Trotz einiger Verständigungsschwierigkeiten war es ein ganz netter Abend zumal die Herren immer für ausreichend Kaminholz sorgten.
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15. Tag 09.08.09

Die Franzosen sind schon früh aufgebrochen, mir haben sie zum Frühstück etwas Marmorkuchen da gelassen. Nach einem gemütlichen Frühstück hat sich die Sonne durchgesetzt und ich bin aufgebrochen.

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In der Ferne donnert es wieder, Wolken und Nebel verhüllen immer wieder den Himmel, ich beschließe im Refugio d`Engorgs zu übernachten. Erst mal saubermachen, Holz sammeln, einheizen und essen kochen. Inzwischen zieht wieder ein Gewitter mit Regen und Hagel vorüber. Draußen ist es ganz schön frisch, auf 2375 m Höhe mache ich es mir am warmen Ofen gemütlich.

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    16. Tag 10.08.09

    Im Morgengrauen werde ich durch ein penetrantes rascheln geweckt. Als ich meine Lampe einschalte, hört das Rascheln auf, ich denke es ist der Wind, drehe mich um und schlafe weiter. Wieder raschelt es, seltsam ich bin doch alleine in der Hütte. Als ich das Rascheln orte, stelle ich fest, dass es aus meinem Rucksack kommt. Ich rüttle an meinem Rucksack und heraus kommt ein Siebenschläfer, der sichtlich träge vom essen der Wand entlang nach Oben marschiert. Bis ich, sichtlich träge vom Schlaf, meinen Fotoapparat in der Hand habe, ist der schon durch ein Loch am Kamin verschwunden. Das abgeknabberte Brot habe ich ihm zum Nachtisch auf das Fensterbrett gelegt.
    Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass es ein herrlicher Wandertag werden würde. Nach dem Frühstück steige ich durch die beeindruckende Landschaft auf zum Port de Vallcivera 2700m Höhe.

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Zu der Schönheit dieser Landschaft fällt mit folgendes ein:
"Sollte dieser Planet kein Zufallsprodukt sein, so danke ich demjenigen der ihn kreiert hat."

    Am Port de Vallcivera auf 2580m Höhe überschreite ich die Grenze zu Andorra und übernachte etwas unterhalb im Refugio de Llla, das an einem herrlichen Plätzchen steht.

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Hier hatte wohl jemand Hunger
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Mit etwas Ruhe und Glück kann man diesen Gesellen beim Spielen zusehen. Allerdings steht immer einer Wache und pfeift laut bei Gefahr.
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Andorra

Andorra ist ein Zwegstaat, Fürstentum und Steuerparadies. Es liegt in den östlichen Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich. Die Hauptstadt ist Andorra La Valla, die Einkaufsmeile in der Hauptstadt kann man mit der in Stuttgart vergleichen, die ich auch nutze. Haben doch alle meine T-Shirt ś vom Schließen der Rucksackschnalle, Löcher.

    17. Tag 11.08.09

    Durch die vielen Mitbewohner im Refugio war die Nacht recht unruhig. Früh, mit der Natur erwachend, bei strahlend blauem Himmel, in absoluter Stille, laufe ich durch diese herrliche Landschaft abwärts. Den Anblick der Berge genießend, die von der Morgensonne angestrahlt werden.

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In Encamp, Andorra gehe ich auf den Campingplatz.

18. Tag 12.08.09 Pause

19. Tag 13.08.09 Shopping und Stadtbesichtigung in Andorra La Vella
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20. Tag 14.08.2009 Internettag
21. Tag 15.08.2009

    An Schlaf war in der vergangenen Nacht nicht zu denken. In Encamp war der Auftakt zu einem dreitägigen Fest. Punkt 6:00 Uhr am Morgen wurde die Musik abgestellt. Ich bin mir sicher, dass bei der Lautstärke der Mann im Mond auch nicht schlafen konnte.
    Danach bin ich dann noch etwas eingeschlummert. Mit dem Bus bin ich am Nachmittag nach Arinsal gefahren um mich wieder auf Schusters Rappen den Berg hinauf zu wagen. Kurz vor dem Refugio Coma Pedrosa bin ich wieder nass geworden, nicht ganz so sehr wie letzten Samstag. Im Refugio Como Pedrosa habe ich übernachtet. In Gesellschaft mit einem deutsch/schweizer Paar war es ein netter und kurzweiliger Abend.

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22. Tag 16.08.2009

Bei strahlend blauem Himmel, mache ich mich auf den Weg hinauf zum Portella de Baiau. Die Hänge sind an diesem Morgen noch weiß von den Hagelkörnern die der Himmel letzte Nacht über die Berge verteilt hat. Fasziniert von der Landschaft mache ich immer wieder Pausen um mich an ihr zu laben. Dabei mache ich mir Gedanken über das Gefühl des Glücks das mich hier oben in unbeschreiblicher Weise erfasst. Ist es die Harmonie der Seele mit der Umwelt das mich in dieses Glücksgefühl versetzt?
Oder profan ausgedrückt, schüttet der Körper nach einer Anstrengung Glückshormone aus?
Was auch immer diesen Glücksgefühl auslösen mag, wir sollten dafür Sorge tragen, dass es uns dieses Gefühl nie abhanden kommt.

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    Oben am Portella de Baiau 2700m angekommen eröffnet sich mir ein fantastischer Rundblick auf die Pyrenäenkette. Hier überschreite ich die Grenze von Andorra und bin wieder in Spanien.

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    Als ich mir den Abstieg ansehe, hat mich die harte Realität wieder. Ein Weg ist auf dem fast senkrechten Abstieg nicht zu erkennen. Schotter vermischt mit den Hagelkörnern des Vortages bilden eine Rutschpartie. Mit meinen 20 kg auf dem Rücken balanciere ich abwärts. Ich brauche eine Ewigkeit bis ich unten heil ankomme. Und dann passiert es, das erste Mal seit ich reisend-lebe, stürze ich. Mit meinen nassen Schuhen rutsche ich auf einem nassen Felsen aus. An meinem Knie klafft eine stark blutende Wunde. Etwas benommen vom Schreck, stelle ich fest, dass nichts gebrochen ist. Nachdem das Bluten nachgelassen hat, klebe ich ein Pflaster drauf und laufe weiter. Kurze Zeit später läuft mir der rote Saft wieder das Bein hinunter. Nicht weit vom Refugio de Baiau mache ich erst mal eine Pause, verbinde meine Wunde und esse auf den Schreck hin etwas. Ausgeruht und gestärkt balanciere ich die letzten 2 km über die Felsbrocken am See entlang und beschließe die Nacht im Refugio de Baiau zu verbringen (2520 m).

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Von Unten betrachtet sieht das ganz harmlos aus.

    Drei Tschechen, Vater und Tochter und ein Pater, die auf dem Weg nach Lurdes sind, sowie ein junger Mann aus Argentinien, den ich schon mal getroffen habe, sind schon da. Ein Spanier und ein Paar aus Holland kommen noch nach. Wir alle, so unterschiedlich wir waren und so verschieden der Grund unserer Reise ist, erlebten gemeinsam einen wunderbaren, für mich unvergesslichen Abend.
    Herzlichen Dank, Ihr Lieben, für diese gemeinsamen Stunden.

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Sonnenuntergang nach einem Regenschauer am Refugi Baiau.
23. Tag 17.08.2009

    Da ein Pater anwesend war, zelebrierten wir bei Sonnenaufgang, im Freien gemeinsam eine Messe für den Vater eines Freundes des Argentiniers, der vor ein paar Tagen verstorben ist. Ich persönlich war in dieser ganz besonderen Stunde gedanklich bei meiner kürzlich verstorbenen Mutter und bei meiner Tochter deren Todestag sich in Kürze zum 25 mal jährt. Nach dem gemeinsamen Frühstück gingen wir, erfüllt von der Anwesenheit der Anderen, wieder unsere Wege.

    „Menschen denen wir begegnen nehmen in unserem Leben einen Raum ein. Manche einen Großen, manche einen Kleinen, aber immer verändern sie etwas."

    Vom Schock des Sturzes habe ich im ganzen Körper einen fürchterlichen Muskelkater der mich dazu veranlasst mich langsam nach Áreu abwärts zu bewegen.

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Spiegelung im See am Refugi Baiau

24. Tag 18.08.2009

    Meine Muskeln tun mit immer noch weh ich mache einen Tag Pause, die Wunde am Knie heilt aber ganz gut. Hier treffe ich das Paar aus Holland nochmals und wir verbringen einen gemeinsamen Abend.

25. Tag 19.08.2009 Nochmals Muskelkaterpause

26. Tag 20.08.2009

Mein Benzin zum Kochen ist alle und die nächste Tankstelle ist 20 km entfernt, Bus fährt auch keiner. Per Anhalter gehts nach Llavorsi, auch hier gibt es keine Tankstelle dafür jede Menge Touristen. Aber auf dem Weg nach Espot kann ich meine Flasche füllen. Bitte volltanken, das macht 68 Cent, muchas gracias, das warme Essen ist für die nächsten 2 Wochen gesichert. In Espot übernachte ich auf dem Campingplatz und kaufe für fünf Tage Lebensmittel ein.

27. Tag 21.08.2009

Früh mache ich mich in Espot auf den Weg in den Nationalpark d' Aigüestrtes Estany de Sant Maurici. Ich bin jedoch nicht die Einzige. Für alle Lauffaulen gibt es Taxis die rauf und runter fahren und derer gibt es viele. Noch nie sind mir in den Pyrenäen so viele Menschen begegnet wie hier. Es ist ja auch ein schönes Fleckchen Erde, etwa 200 Seen sind in diese herrliche Bergwelt eingebettet. Als es dann etwas steiler aufwärts zum Tuc da Rata (2826m) geht, wird es merklich ruhiger auf dem Weg. Zufällig sehe ich ein kleines Refugi am Lac Obago in dem ich alleine und ungestört übernachte.

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Für mich sieht das aus wie ein Vogel.
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28.Tag 22.08.2009

Kaum bin ich am Morgen auf dem Weg, kommen mir wieder Menschenmassen entgegen. Am Refugi Colomeres, mache ich Pause und folge weiter dem GR 11. Eine Variante ist der GR 11.8, der ist nur halb so lang, aber erheblich steiler. Auf dem Weg Abwärts übernachte ich in einem auf der Karte ausgewiesenen Refugi. Die Vorderseite finde ich verschlossen vor, die Rückseite ist offen. Na ja, das Ritz ist es nicht, aber eine Nacht kann man drin schlafen. Das Gebäude steht an einem Stausee und ich vermute, dass es ursprünglich für die Arbeiter die hier die Staumauer und den Tunnel in dem das Wasser zur Stromerzeugung von einem See zum Anderen hinab schießt, gebaut wurde.

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29. Tag 23.08.2009

So richtig finde ich heute meinen Laufrhythmus nicht. Die Sonne brennt unablässig vom Himmel, ich bin müde und unmotiviert, ich vermute, dass das Wetter um schlägt. Um 15:00 Uhr beende ich meinen Wandertag im bewirteten Refugio Restanca. Endlich mal wieder eine Dusche und die Wäsche waschen. An Schlaf war hier mit 14 weiteren Menschen im Raum nicht zu denken. Der Eine schnarcht, der andere macht das Fenster zu, der Nächste macht es wieder auf, wieder ein Anderer..., die Sterne sind noch nicht am Himmel verblasst, da schwingen sich die Ersten schon wieder aus ihren Betten.

30. Tag 24.08.2009

Hinauf zum Pórt de Rius (2400m) geht es gemütlich. Unterwegs labe ich mich an den Heidelbeeren und Himbeeren die ich am Weg finde.

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Oben angekommen überrascht mich die Landschaft aufs Neue. Eine Mondlandschaft breitet sich vor mir aus, mitten drin der Lac Rius. Bei einem frischen Gegenwind laufe ich um den See herum. Der Wind treibt eine Wolkenfront auf mich zu und ich muss 800 Höhenmeter herunter. Auf steinigem Pfad geht es zunächst in Serpentinen abwärts. Erste Regentropfen begleiten mich auf dem Abstieg und ich hoffe dass ich trocken herunterkomme.
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Kaum bin ich im Refugi de Colnanglos angekommen, fängt es an zu regnen. Hier lasse ich mich mal beckochen, so gut habe ich seit 3 Monaten (Campingessen) nicht gegessen. Bei 6 Mitschläfern im Raum kann ich auch diese Nacht kaum schlafen. Bin ich froh endlich wieder in meinem Zelt zu schlafen.
"My tent is my castlel"

31. Tag 25.08.2009

Regenpause! Zwei nette Jungs aus Leipzig, die ebenfalls im Refugio übernachtet haben, fahren mich zum Campingplatz Baliera bei Vilaller. Danke Euch nochmals.

 

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