• Reisen
  • Ich bin
  • Ausrüstung
  • Philosophisches
  • Gaumenschmauss
  • Links
  • Reiseroute
 
  • Westweg
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Spanien GR 11
    • Camino del Norte
  • Argentinien BsAs
    • Nach Süden
    • Nach Norden
  • Chile + Osterinsel
  • Argentinien 2. Teil
  • Bolivien
  • Brasilien 1.Teil
  • Paraguay
  • Brasilien 2.Teil
  • Brasilien 3.Teil
  • Amazonien
  • Guayaquil-Los Angeles
  • New Zealand
  • Deutschland
  • Berlin-Usedom

Paraguay vom 26.05.2010 bis 10.06.2010

Umgeben von Brasilien, Argentinien und Bolivien liegt Paraguay im Herzen Südamerikas und die Erde des Landes leuchtet rot.

82421276380875img-1.jpg

26.+27.+28.05.2010 - Pedro Juan Caballero – Concepcion Rua 5, ca. 300 km

An meinem ersten reisend-leben Jahrestag bekomme ich den Einreisestempel nach Paraguay, schnell und formlos.
Während ich so durch diese schöne Landschaft radle, kommt bei mir ein 60 Jahre feeling auf. Nicht dass hier alle im Petticoad rock and roll tanzen oder mit einer Schmalzlocke im Haar herumlaufen. Nein.
Die Familienkutsche ist das Moped, Vater, Mutter und zwei Kinder finden darauf Platz, ein Nummernschild ist hier (noch) nicht selbstverständlich.
Nur die Hauptstraßen sind geteert (gut geteert und mit Seitenstreifen), auf allen anderen Wegen versinkt man bei Regen im Matsch.

13271276381158img-1.jpg

Wie gut dass die Regenzeit fast vorbei ist. Ungeteerte Wege sind bei Trockenheit recht staubig, (roter Staub) ich vermeide sie zu befahren. Beliebt ist auch eine Art Kopfsteinpfaster, das sind aber keine runden Steine sondern kantige, angeordnet wie Kraut und Rüben, vielleicht ist aber auch ein Muster drin und ich sehe es nicht. Nicht unüblich sind kleine Quellen die mitten auf der Straße entspringen und ihren Fluss finden.

80161276381416img-1.jpg

Entlang meiner Rute gibt es eine Menge gepflegter kleiner Höfe, Estancias oder Rancho, heißen die hier. Kühe mähen und düngen den Vorgarten, Schweine sulen in der Erde, die Hühner scharren nach essbarem und die Wäsche hängt zum trocknen am Gartenzaun.

96621276381712img-1.jpg

Um die Mittagszeit sitzt man in gemütlicher Runde im Schatten und schlürft Terere (Mate), der hier eiskalt getrunken wird. Schaut dabei der seltsamen Frau die vorbei radelt und einen noch seltsameren Helm auf dem Kopf hat, ausgiebig hinterher. Was für eine Idylle.

87001276381930img-1.jpg
45511276382180img-1.jpg
89081276382333img-1.jpg

In meinen Pausen steht mir Durst und Hunger dick auf der Stirn geschrieben, trotzdem setzt sich keiner in Bewegung um das bestellte Essen zuzubereiten bevor ich nicht ausgiebig erzählt habe woher ich komme, wohin ich fahre, wo ich schlafe, wo ich schon überall war...alleine?, wieviel km ich am Tag fahre und wie lang ich schon reise...die Augen werden immer größer, mein Hunger auch... aber das Essen ist echt lecker und die Menschen stets freundlich und hilfsbereit.
Das Internet lässt in ländlichen Gegenden noch etwas auf sich warten, auch wenn es vorhanden ist, doch das Lieblingsspielzeug der jungen Generation ist das Handy.

Ein Farbtupfer in der üppigen grünen Landschaft
27641276382587img-1.jpg

Aber auch hier streben die Menschen nach dem Quäntchen mehr, der eine mehr der andere weniger.
Das Land wurde über Jahrzehnte hinweg durch eine Diktatur an seiner natürlichen Entwicklung gehindert. Jetzt, so scheint es mir schreitet es in riesigen Schritten voran und überspringt dabei so manch nötiger kleiner Schritt.
Wer einen Traum hat, Enthusiasmus und Geld mitbringt, oder ein autarkes Leben führen will, der kann das in Paraguay mit Sicherheit einfacher verwirklichen als im Land der hunderttausend Gesetze und Vorschriften.

Concepcion liegt am Rio Paraguay und hat viele schöne Gebäude im spanischen Baustil. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sind die Häuser die nicht ständig gepflegt werden leider schwarz.

86191276382856img-1.jpg
17911276382993img-1.jpg
83421276383076img-1.jpg
27211276383227img-1.jpg

29.05.2010 Concepcion – Asuncion (Hauptstadt von Paraguay) Ruta 3+5 (Bus)


Am Samstag Abend komme ich am Busbahnhof an. Als ich auf der Suche nach einem Hotel ins Zentrum radle, nehme ich an dass zur Zeit ein wichtiges Fußballspiel stattfindet, denn es ist kaum ein Mensch auf der Straße. Da es am Sonntag recht regnerisch ist, verbringe ich meine Zeit damit meine längst überfälligen Reiseberichte zu schreiben.
Am Abend macht sich der Hunger bemerkbar und ich möchte etwas essen gehen, ich laufe eine Ewigkeit bis ich eine Kneipe finde die offen hat. Die Gehsteige sind nicht nur hochgeklappt, sondern auch noch eingerollt. Noch nie habe ich eine so ruhige Stadt gesehen, schon gar keine Hauptstadt. 500 000 Einwohner soll die Stadt haben, wo sind die denn bloß alle?
Am Montag erkundige ich die Stadt mit dem Fahrrad. Am Vormittag das alte Zentrum, am Nachmittag das was als das neues Zentrum bezeichnet wird.
Hier dominiert eindeutig das Auto und wie beim Moped ist ein Kennzeichen nicht selbstverständlich.
Eine Fußgängerzone suche ich vergeblich und am Rio Paraguay entlang schlendern und gemütlich in ein Café sitzen, so etwas gibt es nicht. Hier wohnt die Unterschicht in Blechhütten.

22861276383790img-1.jpg

Dahinter regiert die Oberschicht in modernen Gebäuden.

99321276383981img-1.jpg

Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sind viele Gebäude schwarz, manche aber auch gut gepflegt und erhalten.

92631276384172img-1.jpg
79481276384274img-1.jpg

Das neue Zentrum macht auf mich einen modernen und zweckmäßigen Eindruck.Viele neue Einkaufcenter und Banken gibt es hier.

01.06.2010 Asuncion – San Bernhardino Ruta ?, 47 km

Aregua liegt am Weg, hier wird Keramik hergestellt und verkauft.

80711276384565img-1.jpg

Warum gerade nach San Bernhardino? Weil hier ein Campingplatz ist und ich endlich mal wieder zelten kann. Der liegt am Ortsende direkt am See Ypacarai, sehr ruhig und schön.

http://paraguay-unterkunft.webnode.es/

San Bernhardino wurde von Deutschen Familien gegründet.
Heute ist der Ort ein Naherholungsgebiet und viele haben hier ein Sommerhaus. San Bernhardino ist ein nettes Städtchen mit schönen Villen und viel grün. Wer etwas ausspannen will findet hier neben Erholung auch deutsches essen.
Ich muss mal wieder mein Fahrrad warten und bleibe einen Tag hier.

65581276385113img-1.jpg
Sie verkauft Gebäck, da ist Käse und Anis drin. Schmeckt einfach lecker.
83881276385394img-1.jpg
Der Sonnenuntergang ist fantastisch, die Entscheidung welches Bild ich hier veröffentlichen soll ist mir echt schwergefallen.
71181276385614img-1.jpg

03.06.2010 San Bernhardino – Caacupe Ruta 2, 21 km

Die Ruta 2 ist eine Hauptverkehrsachse, gut ausgebaut und viel befahren. Rechts und Links davon verläuft ein Seitenstreifen. Gut zum Fahrrad fahren? Fehlanzeige, alle 25 m ist eine Bodenwelle auf dem Seitenstreifen aufgebracht, 7 cm hoch, es haut mich jedes mal vom Sattel. Ich weiß ja nicht wer diese glorreiche Idee hatte und welche Philosophie dahinter steckt, aber zügiges fahren ist absolut nicht möglich.
Das sieht so aus und wiederholt sich alle 25 Meter.

98121276385776img-1.jpg

Mandarinen werden zu Zöpfen aufgebunden und an der Straße verkauft. Meine Oma hatte früher die Zwiebeln so aufgebunden.

52731276385899img-1.jpg

Caacupe ist ein Wallfahrtsort mit einer schönen Kirche. Immer im Dezember wallfahren eine Menge Menschen hierher. Andenken -und Rosenkranzverkäufer gibt es jede Menge, die Hotels sind völlig überteuert.

75621276386289img-1.jpg

04.06.2010 Caacupe – Conolel Oviedo Ruta 2, 80 km

Der Himmel hängt voller Wolken aber es regnet erst als ich in Oviedo bin. Es geht den ganzen Tag bergauf und bergab, das heißt für mich schieben-fahren, schwitzen-frieren, Jacke aus-Jacke an. Am Abend habe ich im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll. Nach einer heißen Dusche lege ich mich mit Schnupfen ins Bett.
05.06.2010
Mit dem Bus mache ich von Oviedo einen Ausflug nach Villarica. Einstmals eine deutsche Kolonie, leben auch heute viele „neue“ Einwanderer hier. Ein lebhaftes Städtchen mit vielen typischen südamerikanischen Geschäften und ich habe so das Gefühl jeder will sein Geschäft machen.

06.06.2010 Conolel Oviedo – Caaguazu Ruta 7, 48 km

Strahlend blauer Himmel, ich freue mich schon auf den heutigen Tag. Doch als ich starten will, oh weh, mein Vorderreifen ist platt, ein Reißnagel steckt drin. Der Mann an der Hotelrezeption will mich eine Straße weiter zum Fahrradhändler schicken. Aber selbst ist die Frau, also erst mal das Flickzeug auspacken und den Reifen flicken. Zum Andenken bekommt der Mann von der Hotelrezeption den Reißnagel. Mit Verspätung geht es dann los, wieder bergauf und bergab mit vielen Unterbrechungen zum Nase putzen.

Eine Gedenkstätte für jemanden der sein Leben an der Stelle verloren hat.
69501276386723img-1.jpg

07.06.2010 Caaguazu – Juan E. Ruta 7, ca.70 km

Nach den ersten Kilometern hat sich das Landschaftsbild ganz schön verändert. Die vielen kleinen Häuser entlang der Straße sind verschwunden, dafür gibt es hier große Anbauflächen die mit modernen Maschinen bearbeitet werden.
Namen wie Colonia Sommerland oder Colonia Bergthal fallen mir auf. Als ich nachfrage erfahre ich, dass sich vor einigen Jahrzehnten deutsch stämmige Menoniten hier angesiedelt haben. Mit viel Fleiß haben sie das Land fruchtbar gemacht. Mais und Getreide wächst entlang der Straße und ins Landesinnere so weit ich sehen kann.

15451276387007img-1.jpg

08.06.2010 Juan..- Ciudate de Este Ruta 7, 80 km

Der heutige Tag ist eine Qual, nicht nur weil mir der Schnupfen zu schaffen macht, nein jetzt habe ich auch noch einen Husten .Mittagspause an diesem Freilichtunterstand, lange bleibe ich aber nicht alleine, ein ganzer Schwarm Fliegen gesellt sich zu mir. Schnell und appetitlos schlinge ich mein Mittagessen herunter und spüle es mit den letzten Tropfen Wasser herunter.

48761276387210img-1.jpg
09.06.2010 Ciudate de Este
57371276388014img-1.jpg

Was für ein Trubel als ich in die Stadt komme. Hier ist Paraguay durch eine Brücke, die den Rio Paraná überspannt, mit Brasilien verbunden. Natürlich nutzen viele Brasilianer die Möglichkeit des günstigen Einkaufs in Paraguay und viele Paraguayos das gute Geschäft mit den Brasilianern.
Am Vormittag stöbere ich durch die Straßen, finde aber für mich nichts Passendes.
Nachmittags fahre ich mit dem Bus zum Itaipu Staudamm. Bis vor etwa 3 Jahren war er der größte Staudamm der Welt, jetzt liegen die Chinesen vorne.
Paraguay und Brasilien haben diese Meisterleistung an Baukunst gemeinsam vollbracht. Sechs Betonfabriken wurden eigens dafür gebaut, drei auf jeder Seite, mit einer monatlichen Produktion von 300.000m3. Mit dem verbrauchten Eisen hätte man 380 Eifeltürme bauen können. Die Leistung beträgt 12,6 Mio. kW, soviel zur Technik.

46191276387451img-1.jpg
27711276387639img-1.jpg
89031276387849img-1.jpg

10.06.2010 überquere ich die Bücke die den Rio Paraná überspannt und reise von Ciudat de Este nach Foz de Iguazu, wieder nach Brasilien ein.
Paraguay hat zwar keine spektakulären Naturerscheinungen, doch für mich war es wegen seiner Ursprünglichkeit und Bodenständigkeit eine interessante Reiseerfahrung. Insgesamt habe ich mich in Paraguay sehr sicher gefühlt, die Menschen waren zwar etwas zurückhaltend aber stets freundlich und hilfsbereit.

86471276388150img-1.jpg

 

Lass deine Freunde an meinen Abenteuern teilhaben. Empfehle reisend-leben.de weiter.

Dein Name: :
E-Mail Adresse: :
Weiter zu Brasilien 2.Teil
Zurück zur Übersicht
 
  • Impresssum
  • Gästebuch
  • News abonnieren
© 2012 reisend-leben.    Alle Rechte vorbehalten.