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Guayaquil – Los Angeles 01.11.2010 - 14.11.2010

Meine Reise geht auf dem Landweg und dem Luftweg weiter.
In Yurimaguas angekommen, mache ich mich auf die Suche nach einem Collectivo das mich in die nächst größere Stadt noch Tarapoto bringen soll. Alles kein Problem, ich finde einen Kleinbus der aber erst fährt, wenn er voll ist, bez. wenn 10 Fahrgäste da sind. Ich bin die Zweite, also heißt es erst mal 1 ½ Stunden warten. Mein Fahrrad findet auf dem Dach mit all dem anderen Sammelsurium seinen Platz. Ich sitze mit einer alten Frau ganz hinten auf der Rückbank. Da hier die Anden beginnen, geht es natürlich bergauf und die alte Dame verträgt das gekurve wohl nicht allzu gut. Im Verlauf der Fahrt steigen noch weitere Fahrgäste zu, bis der Bus rappelvoll ist. Auf der schmalen Rückbank sind wir nun zu viert, alles Frauen und außer mir werden alle grün im Gesicht. Nach einer weiteren halben Stunde bergauf gekurve geht das gekotze los, zum Glück sitze ich am Fenster, meine Frischluftzufuhr ist also gesichert. Der Fahrer denkt nicht daran anzuhalten, er reicht eine Rolle Plastiktüten nach Hinten, die dann gefüllt mit dem halbverdauten Frühstück meiner Mitreisenden, aus dem Fenster geworfen werden. Aber ansonsten kommen wir wohlbehalten in Tarapoto an.
Bei der Ankunft des Busses stürmen gleich ein paar Taxifahrer auf den Bus zu und jeder will mich chauffieren. Anscheinend erhoffen sie sich beim Transport einer Touristin ein besonders gutes Geschäft. Schon in Iquitos habe ich festgestellt, dass Touristen in Peru immer den doppelten Preis bezahlen. Ich sage ihnen, dass ich kein Taxi brauche, da ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. So richtig glauben die mir das aber nicht, denn vier dieser unsympathischen Gesellen stehen breitbeinig im Halbkreis um mich herum und sehen mir belustigend zu wie ich mein Fahrrad belade. Mir ist das so was von unangenehm. Als ich fertig bin, meint einer ob ich nicht doch ein Taxi brauche, die haben bestimmt noch nie eine Frau mit einem Fahrrad fahren gesehen.
Auch als ich durch diese ungepflegte Stadt fahre, werde ich dauernd angepöbelt, was ich nun mal gar nicht mag.
Von hier aus möchte ich mit dem Bus ein paar Ruinen besuchen. Da es aber keine direkte Verbindung gibt, ich Nachts irgendwo in der Pampa umsteigen muss und mir die Peruaner inzwischen nicht besonders sympathisch sind, fahre ich direkt nach Chiclayo.
Von Chiclayo aus gibt es eine direkte Busverbindung nach Guayaquil in Ecuador. Einen Tag vor Abfahrt buche ich einen Platz im Bus und ich vergewissere mich, dass mein Fahrrad mit transportiert wird. Allerdings muss ich für mein Gepäck das 20 kg überschreitet, pro kg 1 USD bezahlen. Gut ich habe etwa 15 kg mehr das macht 15 USD, das akzeptiere ich. Um 3:00 Uhr steht geschrieben soll der Bus abfahren, die Fahrkartenverkäuferin sagt mir dass der Bus später kommt, es reicht wenn ich um 4:00 Uhr da bin.
In aller Herrgotts frühe bin ich da, aber es ist kein Bus in Sicht. Der schlaftrunkene Mann der für das Gepäck zuständig ist, meint dass es nicht möglich ist das Fahrrad im Bus zu transportieren. Ich sage ihm, dass ich vorher gefragt habe und dass es in Ordnung geht. Dann meint er ich muss die Räder heraus machen, kein Problem, das ist in 3 Minuten passiert. Jetzt geht es ans wiegen und er meint das ich 30 USD zu bezahlen habe. Die Peruaner werden mir noch unsympathischer und ich sage ihm dass ich 20 kg frei habe. Das akzeptiert er dann nach langen Verhandlungen, wir haben ja Zeit, denn der Bus ist ja noch nicht da.
Wir einigen uns dann auf 20 USD, ich gebe ihm das Geld, er füllt ein Quittung aus, beklebt jedes meiner Gepäckstücke mit einem Aufkleber auf dem eine Nummer steht und einen zweiten Aufkleber klebt et hinten auf meine Quittung. Alles gut, denke ich mir, bis ich sehe, dass er mir eine Quittung über 10 USD ausgestellt hat. Zunächst denke ich er hat sich verschrieben, aber er meint das stimmt so denn die Quittung hat einen Durchschlag macht also 20 USD. So, jetzt ist er aber bei mir am Ende meiner Geduld angekommen. Die Diskussion geht also weiter, wir haben ja Zeit es ist immer noch kein Bus da. Er schwafelt etwas von Familia, ich verstehe plötzlich kein spanisch mehr und will entweder eine Quittung über 20 USD oder 10 USD zurück. Obwohl ich bereit was 20 USD zu bezahlen, weigert er sich mir eine Quittung über 20 USD auszustellen, warum weiß ich nicht . Also will ich 10 USD zurück haben und darauf bestehe ich nun eisern. Er kann aber nicht wechseln und will mir Soles herausgeben, aber ich bleibe eisern. In der Zwischenzeit hat er mir die 20 USD wieder gegeben und meint ich könnte ja auch in Soles bezahlen, jetzt plötzlich. Er will 50 Soles haben, da ich mir den Kurs aufgeschrieben habe, weiß ich dass das 17 USD sind. Ich habe zwar noch 50 Soles, aber da er es bei mir nun total verspielt hat, bezahle ich 10 USD und basta. In Zwischen ist es 6:30 Uhr und der Bus trödelt ein, der unsympathische Geselle ist nun am Verzweifeln, denn er hat mir eine Quittung über 10 USD ausgestellt und hat diese nicht in seiner Kasse. Ich bleibe ganz gelassen und sage ihm sehr höflich dass ich an der Grenze wechseln werde und die 10 USD dem Busfahrer gebe, der es ihm dann morgen auf der Rückfahrt mitbringt. Jetzt hüpft er förmlich im Kreis und ich wünsche ihm für die nächsten 10 Jahre schlechte Träume von diesem Morgen, der ihm hoffentlich eine Lehre war und er nie mehr versucht Touristen zu betrügen. Zu meinem Bedauern kann aber einer der Fahrgäste den 20ger wechseln, ich hätte ihn für seine betrügerischen Absichten gerne noch etwas leiden lassen.

Guayaquil vom 03.11.2010 – 07.11.2010

Guayaquil ist die größte Stadt und das wichtigste Handelszentrum von Ecuador. Von hier aus möchte ich eine Tour zu den Galapagos Inseln buchen. Das günstigste Angebot das ich finden kann, würde mich pro Tag 200 USD kosten. Nach langem hin und her überlegen, finde ich, dass es mir das nicht Wert ist und verzichte auf den Ausflug.
Ich suche und buche hier die Flüge für meine Weiterreise, wasche und putze mein ganzes Hab und Gut und verpacke mein Fahrrad für den Transport. Da die Reifen inzwischen glatt sind wie ein Babypo, lasse ich sie mit samt der Hängematte im Hotel zurück.
Schon kurz nach dem Grenzübertritt von Peru nach Ecuador ist mir aufgefallen dass die Menschen in Ecuador nicht wie in Peru in Holzhütten wohnen sondern ich richtigen Häusern und kaum Müll in der Gegend herum liegt.
Guayaquil ist die sauberste und modernste Stadt die ich bis jetzt in Südamerika besucht habe. Hier ein paar Eindrücke von der Uferpromenade Malecon, die sehr geschmackvoll gestaltet ist, und der Innenstadt.

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Simon Bolivar und Jose de San Martin, die beiden Befreier der Stadt, geben sich die Hand.
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Ein Uhrenturm im maurischen Stil am Malecon.
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Am Sonntag findet ein nationales Folklorefestival statt.
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Der größte und vielseitigste Hamburger den ich bis jetzt gesehen habe.

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Los Angeles vom 08.11.2010 – 13.11.2010

Mit der American Airlines fliege ich über Miami nach Los Angeles. Da diese Fluggesellschaft wohl drastische Sparmaßnahmen ergriffen hat, muss ich mein Gepäck samt Fahrrad in Miami abholen und an einem anderen Schalter wieder aufgeben, wo es nochmals durch den Scanner geht. Da ich in die USA einreise, werde ich auf Fingerabdruck und Iris geprüft.
Schon vor der Einreise habe ich eine Art Visa zu beantragen, das kostet 14,00 USD. Auf dem Weg von einem zum anderen Flieger, wird mein Ausweis 7 x kontrolliert und der Beamte der mir den Stempel in den Pass drückt will von mir wissen wie meine Heimatanschrift ist und wo ich in Los Angeles wohne. Als ich ihm sage, dass ich keine Heimatadresse habe und auch noch kein Hostel in LA gebucht habe, wird er natürlich neugierig. Ich erzähle ihm wahrheitsgemäß, dass ich seit 1 ½ Jahren auf Weltreise bin und deshalb in D keinen Wohnsitz habe. Jetzt will er auch noch wissen wieviel Geld ich habe, aber diese Frage finde ich zu indiskret und ich gebe ihm einfach keine Antwort. Dann will er wissen woher ich das Geld für meine Reise habe. Ich sage ihm, dass ich gespart habe und er will nun wissen wie lang ich denn gespart habe. Ich sage ihm 35 Jahre. Da er immer noch nicht zufrieden ist möchte er noch wissen wie ich denn meinen Aufenthalt in LA bezahle und ich sage ihm ganz einfach mit der Kreditkarte. Jetzt grinst er und ich muss nun meine Fingerabdrücke, erst von der linken Hand, dann von der rechten Hand und vom linken Daumen einscannen lassen. Den rechten Daumen will er nicht haben, warum auch immer. Also wenn ich etwas anstellen will, muss ich das ausschließlich mit dem rechten Daumen machen. Als nächstes schaut mir eine Kamera tief in mein rechtes Auge und scannt dabei meine Iris. Ich bekomme mein Stempelchen in meinen Pass und bevor ich den nächsten Flieger besteigen kann, muss ich nochmals durch eine Körperkontrolle. Jacke, Schuhe und Gürtel ausziehen und die Tasche kommt aufs Förderband, da ich mein Notebook nicht herausnehme werde ich in einem recht barschen Ton nochmals zurück gewiesen. So langsam fange ich an mich zu fragen was ich wohl angestellt habe.
Auf dem fünfstündigen Flug von Miami nach Los Angeles spürt man ebenfalls die Sparsamkeit der Fluggesellschaft. Essen gibt es keins umsonst, ein popeliges Sandwich und eine Tüte Chips gibt es für 10 USD, zahlbar ausschließlich mit Kreditkarte. Na, ein wenig hungern schadet mir auch nicht. Da die Sitze derart eng sind, halte ich mich während des Fluges oft auf der Toilette auf, da hat man am meisten Platz. So, aber nun genug gelästert, schließlich bin ich gut in LA angekommen und nach einer 15 km Fahrt für 50 Dollar, in einem netten Hostel angekommen.
Nach der Überquerung mehrerer Breitengrade muss ich mich erst mal an die Unterschiede gewöhnen. Ich bin nicht nur in einer anderen Stadt, in einem andern Land, nein, ich bin in einer ganz anderen Welt angekommen.
Natürlich erleide ich einen Preisschock und einen Temperaturschock. Fühlte ich mich in Südamerika immer etwas overdresst, so bin ich in dieser chicen und etwas steril wirkenden Stadt absolut underdresst. Ein Grund für mich mal wieder richtig shoppen zu gehen. Hatte ich in Südamerika immer einen leichten Feuchtigkeitsüberschuss auf der Haut, so lechzt meine Haut hier nach jedem Tropfen. Aus dem bon dia wird ein hi oder good mornig und aus einem gracias ein thank you. Das gebrauchte Toilettenpapier kommt nicht mehr in den Abfalleimer neben der Toilette, sondern wieder in die Toilette. Bei der Umgewöhnung macht mir die Trägheit des Gehirns noch etwas zu schaffen. Arbeiten an denen in Brasilien 5 Leute eine Beschäftigung gefunden haben, das macht hier nur einer. Der aromatische Kaffee den ich in Brasilien getrunken habe, schmeckt hier wie der 2. Aufguss und die Reis esserei hat endlich ein Ende. Ich verwöhne meinen Gaumen mit der kulinarischen Vielfalt die ich schon fast vergessen hatte.

Nochmals zum Vergleich, so wohnt man in LA

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und so am Amazonas in Peru

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Während ich hier auf meinen Weiterflug warte, besuche ich natürlich Hollywood und schau mir an wer so alles mit einem Stern vertreten ist.
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Zu Lebzeiten war J. Paul Getty der reichste Mann in USA. Er war ein begeisteter Kunstsammler und um all seine Werke unter zu bringen, wurde das Getty Center gebaut. Eine sehr interessante Bauweise in weiss, das viele Besucher anlockt. Mit einem Zug fährt man hoch, der Eintritt ist frei.
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Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht auf Los Angeles.

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Sonnenuntergang am Strand von Santa Monica.

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