• Reisen
  • Ich bin
  • Ausrüstung
  • Philosophisches
  • Gaumenschmauss
  • Links
  • Reiseroute
 
  • Westweg
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Spanien GR 11
    • Camino del Norte
  • Argentinien BsAs
    • Nach Süden
    • Nach Norden
  • Chile + Osterinsel
  • Argentinien 2. Teil
  • Bolivien
  • Brasilien 1.Teil
  • Paraguay
  • Brasilien 2.Teil
  • Brasilien 3.Teil
  • Amazonien
  • Guayaquil-Los Angeles
  • New Zealand
  • Deutschland
  • Berlin-Usedom

Frankreich 4.7.2009 bis 23.07.2009

Da ich mich der Rhone entlang nach Süden bewegen will, fahre ich mit dem Bus von Genf nach Chancy, da dieser Ort an der Rhone und an der Grenze zu Frankreich liegt. In Genf habe ich keine Wanderkarte für diese Gegend erhalten, also wandere ich munter drauf los immer dem Fluß entlang. Aber irgendwie will mir das nicht so ganz gelingen, denn die Rhone ist hier nicht überall begehbar. Irgendwann komme ich dann in der Stadt Valleiry heraus, kein Hotel und kein Campingplatz ist in Sicht. Der nächste Campingplatz ist ca, 20 Km entfernt in Chene-en-Semine und 20 km laufen das schaffe ich heute nicht mehr. Also erinnere ich mich an alte Zeiten der Fortbewegung und Trampe. Das klappt ja wunderbar bis Carafond, den Rest laufe ich dann noch.

79891276695577img-1.jpg

Nach Seyssel, meinem nächsten Ettapenziel muß ich wieder der Straße entlang laufen. Auf dem Weg schwöre ich mir, ein Fahrrad zu kaufen und weiter zu fahren. Als ich am Abend noch ein Spaziergang durch Seyssel mache und dieses nette Städtchen besichtige, sehe ich doch tatsächlich das Pilgerzeichen. Also wird ab morgen auf den Spuren des hl. Jakobus gepilgert.

97271276695766img-1.jpg
10651276695868img-1.jpg
14851276695957img-1.jpg

In der Touristeninformation in Seyssel bekomme ich eine Wanderkarte und sehe dass der Pilgerweg entlang des GR 65 verläuft und hervorragend ausgeschildert ist. Verlaufen ist nicht möglich, es befindet sich an jeder Weggabelung eine Jakobsmuschel die die Richtung angibt.
Da es immer schön eben der Rhone entlang geht brauche ich mich nicht so sehr auf den Weg konzentrieren und so laufe ich mit Elvis und seinen Gospelsongs im Ohr leicht rockend meinen Pilgerweg. Danke nochmals mein Sohn für dieses Geschenk, mit Musik läuft es sich manchmal besser.
Schön ist es dass hier jeder freundlich grüßt und manche mir aus der Entfernung zuwinken. Diese Freundlichkeit der Menschen macht das Leben angenehmer. Das habe ich an meinem früheren Wohnort sehr vermisst. Da haben nicht einmal die Nachbarn gegrüßt.
Also, wenn Du das nächste mal vor die Türe gehst, grüße den Menschen der Dir begegnet freundlich. Du wirst sehen, wenn er zurück grüßt erfreut es auch Dich.

37681276696243img-1.jpg
86851276696398img-1.jpg
90301276696507img-1.jpg

Es regnet am Morgen immer wieder, sodass ich erst um 11 Uhr aufbrechen kann. Zunächst geht es an der Rhone entlang dann hinauf in die Weinberge, durch verschlafene Dörfer in denen es scheint als sei die Zeit stehen geblieben. Immer wieder eröffnen sich Blicke auf das Tal, Eine schöne Wanderung durch die Weinberge der Savoie und ein schöner Tag, ich übernachte in Yenne.

18881276696722img-1.jpg
69561276696809img-1.jpg
64861276696932img-1.jpg

Von Yenne nach St-Genix-sur-Guiers ist es eine Riesenetappe von 26 km, da ich von Campingplatz zu Campingplatz gewandert bin. Das werde ich nicht mehr machen, lieber übernachte ich wieder irgendwo auf einer Wiese, denn leider verliere ich dabei die Schönheit der Landschaft völlig aus den Augen und es geht mir nur noch ums Ankommen. Genau das möchte ich vermeiden, denn der Weg soll auf meiner Reise das Ziel sein. Am nächsten Tag bin ich so erledigt, dass ich eine Pause brauche.

73811276697108img-1.jpg

Endlich treffe ich auf einige Mitpilger, eine Schweizerin, die aber wieder nach Hause fährt da sie jedes Jahr eine Woche auf dem Jakobsweg läuft.
Ein Holländer und eine Französin, mit der ich mich gut verstehe obwohl wir uns kaum verständigen können. In Gillonay wollen wir in einer Gites übernachten, leider ist alles ausgebucht. Der Holländer schläft auf dem Fußballplatz, die Französin läuft weiter zum nächsten Ort und ich nehme die Abzweigung Richtung Arles und schaue entlang des Weges, ob ich ein geeignetes Plätzchen für mein Zelt finde. Als ich in das nächste Dorf laufe sieht mich der Verwalter der Gites, der da gerade sein Haus baut und fragt mich ob ich mein Zelt in seinem Garten aufbauen möchte. Klar möchte ich und wieder einmal finde ich genau das was ich brauche.

85841276697522img-1.jpg

Das sind Wege die eine besondere Massage für die Reflexzonen sind. Derer gibt es gar viele in dieser Gegend. Bei 30 Grad und wenn am Abend die Füße weh tun, ist es keine besondere Freude über diese Steine zu laufen.

12491276697723img-1.jpg
79791276697405img-1.jpg

Nach zwei Tagen Regenpause wandere ich nach Saint-Antoine lÀbbeye. Das ist ein mittelalterliches Dorf das unter Denkmalschutz steht. In der sehenswerten Abtei werden die Reliquien des Heiligen Antonius aufbewahrt.

59921276697928img-1.jpg
70791276698045img-1.jpg
99801276698213img-1.jpg

Der Heilige Antonius ist der Urvater der Mönche. Er wurde im Jahr 251 in Ägypten geboren und starb im Alter von 105 Jahren. Er war ein Einsiedler und pflegte sein Leben lang kranke. Seine Reliquien wurden im Jahr 1070 von einer Pilgerreise aus Konstantinopel in das Dorf Motte Aux Bois gebracht, dessen Name in Saint-Antoine geändert wurde. Saint-Antoine ist heute ein bekannter Pilgerort, den es zu besuchen lohnt. Die Abteikirche stammt, mit den vielen architektonischen Details, aus dem Mittelalter im Gothischen Trent. Das Dorf mit den engen Gassen ist nicht groß aber sehenswert.

53661276698400img-1.jpg
99091276698543img-1.jpg

Das Wasser in diesem Brunnen soll eine heilende Wirkung haben. Es ist nicht zum trinken sondern zum einreiben. Nachdem ich meine Füße damit eingerieben habe, konnte ich wieder weiter marschieren.

62761276698790img-1.jpg

In der Umgebung werden Wahlnüsse angebaut, auf dem Weg findet man auch alte Kapellen. In der ganzen Gegend gibt es kein Campingplatz deshalb miete ich ein Zimmer und schlafe seit Langem mal wieder in einem Bett.

28841276699126img-1.jpg

Ein langer Wandertag, an dem ich immer mal wieder die Rhoneapls und die davor liegende hügelige Landschaft bewundern kann, führt mich nach Saint Donat auf einen Campingplatz.
Ein biederes Städtchen mit braven Bürgern, wie es scheint. Der Blick der Menschen ist steif, die Mundwinkel leicht nach unten gerichtet (warum auch immer) keiner grüßt. Da diese Stadt nicht am Jakobsweg liegt, sind die Menschen keine Pilger gewohnt. Mit meinem Rucksack werde ich wie eine Außerirdische gemustert.
Mit dem Bus fahre ich von hier aus nach Vallance um im Anschluß mit dem Zug nach Arles zu kommen, was auch bestens klappt.

Immer schön in der Spur bleiben

13071276700011img-1.jpg

Aarles liegt an der Rhone, ist Flächenmäsßg die größte Gemeinde Frankreichs, ist ca. 25 km vom Mittelmeer entfernt, historisch sehr interessant und liegt am Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
Unter Kaiser Konstantin erreichte die Stadt ihre Blüte, deren Pracht man in den antiken Überresten noch sieht. Wenn man in der Gegend ist, sollte man diese Stadt unbedingt ansehen. Viele antike Gebäude stehen auf der Liste der UNESCO als Weltkulturerbe.

Ein sehr schöner Kreuzgang, zwei Seiten sind im romanischen, zwei Seiten im gothischen Stil.
27871276700451img-1.jpg
53571276700730img-1.jpg
19111276700857img-1.jpg
29831276701001img-1.jpg
Begräbnisstätte
42941276701144img-1.jpg
Die Arena, auch heute werden hier noch Stierkämpfe ausgetragen.
92671276701333img-1.jpg
62211276701475img-1.jpg
39801276701632img-1.jpg

Nach diesem Eintauchen in die Vergangenheit wird es für mich Zeit, mich um meinen zukünftigen weiteren Weg zu kümmern.
Vorerst verlasse ich den klassischen Jakobsweg und fahre mit dem Zug nach Figueres in Spanien. Ich will ja durch die Pyrenäen laufen.

65581276701781img-1.jpg

Lass deine Freunde an meinen Abenteuern teilhaben. Empfehle reisend-leben.de weiter.

Dein Name: :
E-Mail Adresse: :
Zurück zur Übersicht
Weiter zum GR 11
 
  • Impresssum
  • Gästebuch
  • News abonnieren
© 2012 reisend-leben.    Alle Rechte vorbehalten.