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Deutschland vom 25.01.2011 bis 08.05.2012

Recht frisch und grau ist es in Deutschland als ich aus dem Flieger aussteige. Was ich hier mache mitten im Winter? Na, arbeiten um meine Reisekasse aufzufüllen!
Ursprünglich hatte ich geplant in New Zealand zu arbeiten um meine Reisekasse aufzufüllen. Aber da sind zur Zeit 70 000! junge Leute aus Deutschland mit einem Work & Travel Visa arbeitsuchend unterwegs. Da ich nicht mehr so jung bin, kein Arbeitsvisa für New Zealand habe und die Verdienstmöglichkeiten auch nicht so ganz der Hit sind, habe ich mich kurz entschlossen in den Flieger über San Francisco nach Deutschland, gesetzt.
In Frankfurt bleibe ich zwei Nächte in der Jugendherberge um mich auszuschlafen. In der Jungendherberge sind aber so viel Jugendliche, dass ich Nachts nicht zum Schlafen komme.
Jeder der mit 16 Jahren mit einer Gruppe Gleichaltriger in einer Jugendherberge war, kann nachvollziehen, dass da nicht geschlafen wird.
Danach fahre ich für zwei Tage mit dem Zug nach Karlsruhe um meinen Sohn zu besuchen und mein Handy aus dem Lager zu holen.
Da heute Samstag ist, fahre ich mit dem Wochenendtiket, das aber nicht mehr das ganze Wochenende gilt, in 12 Stunden nach Berlin.
Warum gerade Berlin? Ganz einfach, wenn ich in Südamerika jemanden erzählt habe dass ich aus Deutschland komme und derjenige war schon mal in Deutschland, dann war er in Berlin und hat mir von dieser Stadt vorgeschwärmt. So viele Empfehlungen kann ich natürlich nicht ignorieren. Im Verlauf meines Aufenthaltes in der Hauptstadt werde ich über diese Stadt berichten. Sobald es wärmer wird geht es mit dem Fahrrad auf Erkundungstour.
In meiner neuen Wahlheimatstadt fühle ich mich trotz Kälte und Regenwetter gleich wohl. Die ersten vier Nächte verbringe ich in einem Hostel, dann finde ich ein möbliertes Zimmer bei einer netten Frau, hinter einem dieser Balkone.

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Jetzt muss ich "nur noch“ eine Job finden. Aber was für einen?
Wenn man bereits ein halbes Jahrhundert erfolgreich hinter sich gebracht hat, ist es nicht ganz so leicht einen Brötchengeber davon zu überzeugen, dass man in seiner zweiten Jahrhunderthälfte genau so agil, gesund, flexibel, dynamisch, gut aussehend und nicht ganz so naiv ist wie in der ersten Hälfte. Aber gut es gibt auch Jobs die möchte nicht jeder machen.
Meine Stärke ist es auf Menschen zuzugehen, sie aktiv anzusprechen, zu beraten und ihnen dabei auch noch was zu verkaufen macht mir auch nichts aus.
Ich mache mich in den Bereichen Promotion und Verkaufsförderung selbständig und bewerbe mich eifrig. Damit ich auch Verkostungen anbieten kann, brauche ich einen sogenannten Gesundheitspass, auch rote Karte genannt. Diese bekomme ich beim Gesundheitsamt in Berlin, kostet 20 Euronen und besteht aus einer 10 minütigen mündlichen Einführung, eines 20 minütigen Videos und vier Blatt Papier wo alles nochmals drauf steht. Im Grunde genommen für die Katz, aber alles kein Problem, was macht man nicht alles wenn Frau arbeiten will. Mir fällt nur auf, dass sehr viele diese rote Karte benötigen. Beim gehen frage ich die Dame wieviel Personen pro Tag die rote Karte beantragen. Stolz sagt sie mir dass es zwischen 100 – 140 Leute pro Tag sind. Im meinem Kopf fangen die grauen Zellen an zu rechen: das sind im Schnitt 120 Leute x 20 Euro sind 2400 Euro pro Tag, an 16 Tagen im Monat ist geöffnet, macht im Monat 38 400 Euro, das sind 460 800 Euro im Jahr. Tja, Ideen muss man haben... und was machen die mit dem Geld?

An einem sonnigen Tag hält mich auch die Kälte nicht davon ab mich auf das Fahrrad zu schwingen und mit der Erkundung Berlins zu beginnen. Ich radle auf dem Wuhletal-Wanderweg der Wuhle entlang nach Köpenick, wo sich Spree und Dahme vereinigen.

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Der Altstadtkern in Miniatur.
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Das Rathaus
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Blick vom Schlosspark
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Diesmal ist meine Nase nicht vom Sonnenbrand gerötet, sondern vor lauter Kälte und dem geht es genau so.
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Natürlich kann ich in meinem Radler-und Wanderoutfit nicht zu den Vorstellungsgesprächen gehen. Ich kaufe neue Kleider, Schminke und mache ein paar aussagefähige Bilder.

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So und jetzt bin ich richtig gespannt was aus mir wird!

Meine Jobsuche trägt die ersten Früchte, leider nicht in der Konzentration wie ich es mir erhofft habe. Die Altersgrenze wird bei den Promotionjobs meistens bei 45 Jahren gezogen. Einen gelegentlichen Job habe ich erhalten und nach einer intensiven und sehr interessanten Schulung, unterstütze ich die Neueinführung und den Abverkauf der Serie Pure und Natural der Firma Nivea. Das macht sehr viel Spaß und die Produkte kommen bei den Kunden gut an.
Wie es sich für eine die reisend lebt gehört, mache ich die Promo nicht in Berlin, sondern ich Offenburg und in Stuttgart.

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In Stuttgart ist herrliches Wetter, der Schloßplatz ist voll von Menschen, findet doch an diesem Wochenende eine Demo statt.
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Zwischen durch bin ich immer wieder mal in Berlin und schaue mir bei schönem Wetter die Stadt an. Die Vielfalt der Sprachen verrät mir, dass Berlin eine internationale Metropole geworden ist. Im Bus oder während ich in der Sonne sitze höre ich nicht nur schweizerdeutsch sondern auch spanisch, englsich, französisch, portogisisch und allerlei für mich Undefinierbares. Ich liebe dieses Eintauchen in die verschiedenen Kulturen.
Die größte Menschenansammlung finde ich am bekanntesten Bauwerk des Landes, dem Brandenburger Tor.

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Gleich daneben ist der mit Fahnen bestückte Reichstag, leider ist die Glaskuppel geschlossen. Zu gerne hätte ich mir das Gebäude von innen angesehen. Na vieleicht ein anderes mal.
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In diesem Gebäude, dem Kanzleramt, residiert unsere First Lady. Da fehlt ein Fähnchen. Bedeutet dies dass die Hausherrin nicht zu Hause ist?
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Dieses etwas seltsam aussehende Gebäude heißt im Volksmund die schwangere Auster, ist aber das Haus der Kulturen der  Welt. Sieht alles noch etwas kahl aus, ich bin mir jedoch sicher, dass mit dem Einsetzen des Frühlings alles in ein einem zarten grün leuchtet.
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Mit dem Bus fahre ich weiter zur Museumsinsel. Ich fühle mich ein wenig in die Antike zurückversetzt.
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Die längste Menschenslange steht vor dem DDR Museum.
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Zum Schluß meines heutigen Ausfluges laufe vorbei am Langen Lulatsch (Fernsehturm) zum Alexanderplatz. Etwas entäuscht sehe ich dass hier kein Auto dran hängt. >klick hier<
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So, genug herum getrödelt, weiter geht die Arbeitssuche, schließlich will ich wieder auf die Reise gehen. Obwohl, Berlin ist wie man sieht auch eine Reise wert!
Sollte jemand noch einen lukrativen, ehrlichen, und interessanten Job für mich haben, so kann man mich über mein Handy kontaktieren 0160-92904865. Von dem verdienten Geld kaufe ich mir keinen Schnickschnack, sondern ich finanziere davon meine nächste Reise, die bereits in meinem Hinterkopf erste Formen annimmt. Natürlich besteht auch die Möglichkeit auf diesen viel gelesenen Seiten, gegen Bezahlung, Werbung zu schalten.

April 2011, jetzt bin ich schon fast 3 Monate in Deutschland und die Jobsuche gestaltet sich immer noch recht zäh. Das was an Euronen hereinkommt geht für Miete, die Zwangskrankenversicherung und Lebensmittel wieder heraus. Sparen um wieder zu reisen geht nicht.
Aber ich habe Zeit um Berlin besser kennen zu lernen. Das Markenzeichen der Hauptstadt ist der Bär und den sieht man in allen Variationen.
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Vom  Dach des Park Inn Hotel am Alexanderplatz kann man nicht nur in die Tiefe springen, man hat auch eine herrliche Aussicht (für 3 Euro) über die Megastadt.
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Na der Spruch leuchtet doch ein.
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Gleich neben dem Brandenburger Tor ist die Holocaust Gedenkstätte.
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Der Besuch am Checkpoint Charly darf bei einer Stadtbesichtigung nicht fehlen. Hier verlief die Mauer durch die Stadt, an der Stelle konnten alliierte Militär- und Botschaftsangehörige, Ausländer und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR sowie von DDR-Funktionäre die Grenze passieren.
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Sonnen ist bei diesem herrlichen Osterwetter angesagt aber auf manchen Grünflächen liegt so viel Müll herum, dass ich mich wieder an Südamerika erinnere.
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Es blüht in der Grosstadt
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Die Gärten der Welt Berlin, 02.08.2011
 

Wieder einmal habe ich nichts weltbewegendes zu tun, also besichtige einen weiteren Teil von Berlin.
Die Gärten der Welt befinden sich im Erholungspark Mahrzahn der aus der Berliner Gartenschau von 1987 entstand.
Ein wenig kann ich hier mein Fernweh stillen oder anfachen? Ich bin mir da nicht so sicher.
Jedenfalls tauche ich ein in verschiedene kleine Welten, inmitten der Trabantenstadt Marzahn, eine Oase.
Wer mehr als die üblichen touristischen Highlights von Berlin sehen möchte und sich noch etwas Zeit nehmen möchte, der kann in den Gärten der Welt seine Seele baumeln lassen.

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Der Italienische Renaissancegarten

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Der Irrgarten und das Labyrinth mit dem Ziel in die Mitte zu kommen.
Bei dem aus Eiben bestehenden Irrgarten sucht man sich den richtigen Weg in die Mitte. Manchmal verläuft man sich, der Weg führt in eine Sackgasse, manchmal läuft man vertrauensvoll jemandem hinterher, manchmal ist man ganz alleine und manchmal begegnen wir Menschen die aus der Mitte oder aus einer Sackgasse kommen.

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Beim Labyrinth ist der Weg zur Mitte vorgegeben, es gibt nur einen. Man folgt den vielen, vielen Windungen bis zu Mitte.
Ich bin beide Wege gegangen und für beide Wege braucht man viel Geduld.

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Konfuzius steht vor dem Tor des Chinesischen Gartens, der im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin – Peking gebaut wurde und den Namen "Garten des wiedergewonnen Mondes" trägt.

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Der Japanische Garten zeigt Elemente des Zen-Stils und das zusammenfließen des Wassers.

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Der Koreanische Garten

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Ob den Beiden die Schweinchen Glück bringen?
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Am meisten aber hat mich der Orientalische Garten begeistert "der Garten der vier Ströme". Symbolisch entspricht er den Paradies wie es im Koran beschrieben wird. Feine Schnitzereien, Einlegearbeiten aus Mosaik und Wasserspiele spiegeln den Luxus des Orients.

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Endlich kommt mein Heiligenschein mal zur Geltung. An Fasching 2012 in Erding.
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Romantische Straße vom 30.04.2012 bis 05.05.2012

 

Von Fürstenfeldbruck aus fahre ich quer hinüber nach Augsbrug um auf die Romantische Straße zu kommen.
Die Romantische Straße ist eine der bekanntesten Routen in Deutschland, beginnt in Füssen und endet in Würzburg.
Einen Teil der Strecke fand ich ja ganz romantisch, nach Donauwörth fehlte mir entweder die Phantasie oder der Amore um die Route romantisch zu finden

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Nach Rothenburg ging es dann durchs liebliche Taubertal bei strömendem Regen bis Weikersheim. Durchnässt bin ich in den Zug gestiegen und nach Frankfurt gefahren.
Am 7.05.2012 habe ich mein Fahrrad und meine Gepäck wieder für den Flieger transportfähig verpackt und eingecheckt, so dass ich am 8.05.2012 nur noch mit dem Handgepäck in den Flieger steigen brauchte.
Und ab geht es in die Lüfte Richtung nordwestwärts neuen Abenteuern entgegen.

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