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Brasilien vom 10.06.2010 bis 02.09.2010

Bevor ich nach Südamerika kam wusste ich von Brasilien nur dass es ein großes Land weit weg ist, der längste Fluss der Welt hindurch fließt, in Rio de Janeiro Karneval ist und dass ein Vorfahre in dieses weit entfernte Land ausgewandert ist.
In Brasilien ist im Jahr 2014 die Fußball WM und im Jahr 2016 finden in Rio de Janeiro die olympischen Sommerspiele statt. Somit wird das Land in absehbarer Zukunft im Rampenlicht der Welt stehen. Damit ihr etwas mehr als ich über dieses Land erfahrt habe ich vorab ein paar allgemeine Informationen gesammelt.

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    Deutschland passt 23,84 mal in Brasilien hinein
    Brasilia ist die Hauptstadt des Landes
    Sao Paulo die größte Stadt in Brasilien
    Rio de Janeiro die bekannteste
    der längste Fluß der Welt, der Amazonas durchfließt das Land
    die weltweit größten Wasserfälle kann man am Besten von Brasilien aus bewundern
    das Pantanal ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet der Welt
    in Brasilien gibt es ein Oktoberfest
    es ist das einzige Land in Amerika in dem portugiesisch gesprochen wird
    Brasilien hat die erfolgreichste Fußball Nationalmannschaft der Welt
    das Land ist in 26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt eingeteilt

Einzelheiten und Bilder kommen in Verlauf meiner Reise hinzu.
Mit englisch und spanisch kann ich mich hier nur sehr schlecht verständigen, das tut mir manchmal sehr leid, da ich nette Menschen kennenlerne. Mit Händen und Füßen geht einiges, aber ein nettes Gespräch scheitert an meinen unzureichenden portugiesischen Sprachkenntnissen. Wäre ich nur nicht so faul gewesen!
Die Zellen meiner Beinmuskulatur leisten hervorragende Arbeit, während die Zellen in meinem Gehirn leicht unterfordert sind. Um das auszugleichen, habe ich beschlossen jeden Tag etwas portugiesisch zu lernen. Es geht mir dabei nicht darum die Grammatik von der Vergangenheit bis zur vollendeten Zukunft zu pauken, sondern das zu lernen was man als Tourist braucht um sich im Land einigermaßen verständigen zu können. Da man in einer Gruppe einfacher lernt als alleine, kann jeder der möchte hier mitlernen.
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1. Teil portugiesisch lernen
Guten Tag - bom dia (bom tschia)
Gutan Abend - boa noite (boa noitsche)
ja - si
nein - nao
danke - obrigada/o (Frauen sagen a Männer o)
entschuldigung - desculpe
mein Name ist.. - meu nome é
wie ist dein Name - qual é o seu nome

Ich schreibe mir das auf einen Zettel und klebe ihn dahin wo ich ihn immer vor Augen habe, vorne ans Lenkrad. Am Besten ihr schreibt euch das ab und klebt den Zettel dahin wo ihr ihn immer vor Augen habt.

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10.06.2010 – 18.06.2010 Foz do Iguaçu

Genau genommen bin ich nicht direkt in der Stadt, sondern in der Nähe der Wasserfälle auf einem Campingplatz. Ich genieße die Ruhe und erhole mich vom Schnupfen, Husten und der anstrengenden Radlerrei.
Natürlich besuche ich die Wasserfälle von Iguaçu und den Vogelpark der auf der anderen Straßenseite des Parkeingangs ist.
In dem Vogelpark kann man in riesigen Volieren die in Brasilien heimischen Vögel und Schmetterlinge aus der Nähe sehen, bestaunen, fotografieren...

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Mich faszinieren die farbenfrohen, bunten und fragilen Flatterfrauen und Flattermänner immer wieder.
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Vom Stadtzentrum aus kann man mit dem Bus bis zum Parkeingang fahren, kostet 2,20 Real, der Eintritt in den Park kostet 37 Real incl. Busstransport zu den Wasserfällen, Stand 06/2010.
Da die Wasserfälle 11km vom Parkeingang entfernt sind, pendeln Busse hin und her und halten an verschiedenen Stellen. Man kann aus und einsteigen wo man will und durch den Park wandern. Eine Karte vom Park mit den eingezeichneten Wegen bekommt man am Ticketschalter.
Ich bin mit dem Fahrrad zum Park gefahren und wusste nicht wohin mit, also hat der Busfahrer es an die Rückseite des Busses gehängt. Dabei hatte ich kein so gutes Gefühl, denn er hat es nicht gesichert und ich war mir sicher, dass es in der ersten Kurve aus der Halterung fällt. Meine Bedenken hat er mir wohl an der Nasenspitze angesehen und er fragte seinen Vorgesetzten, was tun mit dem Fahrrad. Der hat es dann in seinem Büro, bis ich von meinem Ausflug zurück kam, aufbewahrt.

Wir Beide haben die größten Wasserfälle der Welt entdeckt. Albert Dumont 1916 für die Welt, denn durch seine Initiative wurden die Iguaçu Wasserfälle zum Kulturerbe für die Allgemeinheit erklärt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, 94 Jahre und ein paar Millionen Touristen später, ich für mich.

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Wie ich die größten Wasserfälle der Welt beschreiben würde? Gar nicht, sie sind unbeschreiblich!

Natürlich könnte ich mir ein paar hundert Worte aus den Fingern saugen, aber alle Worte, Bilder und Filme sind nur ein paar Krümel der Wirklichkeit dieses Wunders das die Natur hier geschaffen hat.

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Immer mit der Nase am Boden durchstreifen sie das Gebiet nach Essbarem.
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Der Teufelsschlund, ein paar Millionen Liter stürzen in der Minute hier herab. Wo kommt das ganze Wasser nur her?
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Einen ganzen Tag habe ich hier verbracht und ich konnte mich nicht satt sehen. Knapp 2 km kann man an den Wasserfällen entlanglaufen. Im Park gibt es Imbisstände und ein Restaurant mit einem tollen Buffet.

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2. Teil portugiesisch lernen!
Wo ist ein Hotel? - Onde está um hotel?
Haben sie ein Zimmer frei?
- Têm um quarto disponível?
Kann ich mir das Zimmer ansehen? -
Posso ver o quarto?
Wieviel kostet eine Übernachtung? - Quanto custa para ficar?

Ist der Preis inklusive Frühstück? - O preço inclui café da manhã?

Nein ich bin noch nicht in Asien. Das ist das buddhistische Zentrum in Foz do Iguaçu.

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Am letzten Tag meines Aufenthalts in Foz de Iguaçu fahre ich mit dem Bus über die Grenze nach Argentinien und wieder gibt es ein Stempelchen in den Pass. Aber ich will die Wasserfälle ja auch von der anderen Seite sehen. Mit einem Zug fährt man zu den Wasserfällen.
So sehen sie von der argentinischen Seite aus. Die gewaltigen Wassermassen und die Energie mit der das Wasser über die Felsen herabstürzt spürt man von der argentinischen Seite. Ihre Schönheit bewundert man von der brasilianischen Seite.

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19.06.2010 Foz do Iguaçu – Medianeira Ruta 277, ca. 60 km

Der Himmel hängt voller Wolken, trotzdem wage ich mich in den Sattel. Bergauf bergab gehts aber ich komme trocken an meinem Ziel an.

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Dafür muss ich die nächsten zwei Tage bei Regenwetter in Medianeira ausharren. Langweilig wird es mir dabei nicht, denn am Sonntag findet ein WM Spiel der Brasilianer statt und sie gewinnen. Eine Stimmung ist das hier! Am Montag regnet es immer noch und es ist verdächtig still in der Stadt, ich glaube die sind alle noch vom Vortag geschwächt.

22.06.2010 Medianeira – Cascavel Ruta 227, ca. 80km

Eine dicke Nebelsuppe hängt in der Luft, aber ich fahre trotzdem los. Das ist recht unangenehm, so als ob man durch eine beschlagene Brille schaut, ich erinnere mich an meine Wanderung durch das Schweizer Jura als ich ein paar Tage durch den Nebel gelaufen bin. >Klick hier<
In diesem Castelletto spuken keine Geister im Turm sondern Köche in der Küche herum.

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Gegen Mittag verzieht sich der Nebel und ich sehe dass entlang meiner Route im großen Stil Getreide angebaut wird.

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Baumallee und Radweg in die Stadt Cascavel.

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23.06.2010 Cascavel- Leônardis Marques Ruta 163, ca. 70 km

Wenn man oben ankommt ist man nicht nur außer Atem, nein man hat auch eine herrliche Aussicht.

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In einem kleinen Dorf hängt sich ein junger Kerl auf einem alten klapprigen Fahrrad an meine Felgen. Hagere Gestalt, hohe Wangenknochen, tief liegende Augen, Adlernase, abstehende Ohren und da hängen auch noch Ohrringe dran. Ich muss mir ein Lächeln verkneifen, denn mein Bauchgefühl sagt mir sei vorsichtig.
Er schielt dauernd auf mein Fahrrad und mein Gepäck und redet auf mich ein, was ich aber nicht nicht verstehe. Ich sage ihm auf spanisch dass ich kein portugiesisch spreche, das versteht er wiederum nicht, dann frage ich ihn ob er englisch spricht, das versteht er auch nicht. Mir wird das so langsam zu bunt, ich schalte ein paar Gänge höher und beschleunige meine Fahrt. Da er keine Gangschaltung hat muss er jetzt ganz schön in die Pedale treten, damit er mithalten kann. Ich lege nochmals an Tempo zu, jetzt kann er nicht mehr mithalten und er dreht um. Puh!

24.06.2010 Leônardis Marques – Capanema Ruta 163, 52 km

Es wird immer bergiger, die halbe Strecke muss ich schieben. Erfahrungsgemäß sind Tagesetappen von ca. 70 km ideal für mich, aber bei dem auf und ab werde ich diese, soweit es die Versorgungslage zulässt, auf 50 km verkürzen.
Heute überquere ich den Fluss Iguaçu und muss wieder an die schönen Wasserfälle denken.

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Wie ich mein bepacktes Fahrrad so den Berg hinauf schiebe, fährt ein gelber Kasten an mir vorbei. Der sieht aus wie ein Panzerwagen der Post und als ich auf das Nummernschild schaue, sehe ich dass er aus Deutschland kommt. Ich winke und fuchtle mit einem Arm, mit dem Anderen muss ich mein Fahrrad festhalten, aber die sehen mich nicht. Eine Pause und ein Schwätzchen wäre jetzt nicht schlecht gewesen.
Die Wärme und die schweren LKW haben den Teer aus der Form gebracht.

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25.06.2010 Pause in Capanema
Das sind die gängigen Duschen in Südamerika. Ich nenne das Tauchsiederdusche, da das Wasser während es hindurchfließt, mit Strom erhitzt wird. Man muss nicht lange regulieren bis das Wasser die richtige Themperatur hat, wenn es zu heiß ist dreht man es stärker auf.
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26.06.2010 Capanema – Santo Antônio do Sudoeste Ruta 163, ca. 58 km
So weit man sehen kann wächst Soja.
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27.06.2010 Santo Antônio do Sudoeste – Sào Josè do Cedro Ruta 163, ca. 55 km

Der Tag hat mit schlechter Laune angefangen. Das ist mir im Besonderen aufgefallen, da ich kein schlechte Laune Typ bin. Ich kann mich nicht daran erinnern wann ich das letzte Mal schlechte Laune hatte, seit ich reisend-lebe jedenfalls nicht.
Nun gut, vielleicht liegt es daran, dass ich im Hotel heute kein Frühstück bekomme. Ist doch das Frühstück für mich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Heute ist Sonntag, das einzige Gebäude das geöffnet hat, ist die Kirche. Mit leerem Magen mache ich mich auf den Weg und sehe ein Café das gerade seine Pforten öffnet. Als ich in das Brötchen beiße, findet meine schlechte Laune ihre Berechtigung, denn die Krone meines vorderen Schneidezahns bricht auseinander. Zum Glück habe ich das abgebrochene Teil nicht verschluckt.
Am Nachmittag komme ich dann in den Bundesstaat Santa Catharina und während ich die Aussicht genieße, trägt der Wind meine schlechte Laune über die sanften Hügel, dieser schönen Landschaft hinweg.

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Als ich am Abend was essen gehe, frage ich den Mann, bei dem ich das Essen bestelle, ob er englisch spricht --> nao! Spanisch? --> So, so! Auf die Idee ihn zu fragen ob er deutsch spricht, komme ich natürlich nicht. Ihn plagt natürlich die Neugierde und er kommt nach einiger Zeit an meinen Tisch und fragt mich woher ich komme. Ich sage ihm, dass ich aus Deutschland komme und er fängt an mit mir deutsch zu sprechen. Seine Großeltern sind nach Brasilien ausgewandert und von seiner Oma hat er deutsch gelernt. Im Verlauf unseres Gespräches haben wir jedoch festgestellt, dass wir nicht miteinander Verwandt sind.
Ich bin ja sehr gespannt ob ich die Nachfahren meines Vorfahren finde, der nach Brasilien ausgewandert ist.

28.06.2010 Sào Josè do Cedro – Sào Miguel do Oeste Ruta 163 ca. 38 km

29.06.2010 und 30.06.2010 Pause in Sào Miguel do Oeste

Mein Zahn ist wieder repariert, dafür ist mein Notebook mal wieder abgestürzt. Ich bleibe noch einen Tag länger in der Stadt und mache ein paar Bilder.

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Das blaue Gebäude ist die Kirche. Sie ist auch im Inneren blau, duch viele kleine bunte Glasscheiben gibt es ein ganz besonderes Licht und eine besondere Atmosphäre.
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01.07.2010 Sào Miguel do Oeste – Cunah Pora Ruta 163, 61 km

Das Hotel der Stadt liegt etwas oberhalb beim Busbahnhof und wie ich mich zum Hoteleingang vor taste, vernehme ich deutsche Worte. Natürlich frage ich noch ob sie deutsch sprechen und das tun sie immer noch. In der Stadt leben viele Deutsch stämmige, deren Vorfahren sich hier niedergelassen und sich ein Leben aufgebaut haben.

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Aber auch wir haben festgestellt, dass wir nicht miteinander verwand sind.

02.07.2010 Cunah Pora – Fernando Westphalen Ruta 158, 74 km

Aus den Kürbisen werden Matebecher gedrechselt und entlang der Straße verkauft.
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03.07.2010 Fernando Westphalen – Palmeira de Missiones Ruta 158, 64 km

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Am Morgen höre ich wie sich jemand aussen am Fenster zu schaffen macht.
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04.07.2010 Palmeira de Missiones – Ijui, Ruta 158 und 285, ca. 100 km
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Die Sonne versinkt am Horizont und mein Schatten wird immer länger.
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Portugiesisch habe ich nicht gelernt, da ich ja mit deutsch sehr gut durchkomme.

05.07.2010 - 09.07.2010 Ijui

In einer Kleinstadt in der Nähe von Ijui sollen die Nachfahren des Vorfahren leben der nach Brasilien ausgewandert ist. Da der letzte Kontakt über 20 Jahre her ist, weiß ich nicht ob da noch jemand wohnt, deshalb fahre ich mit dem Bus hin und schaue einfach mal nach. Nach dem ich mich zur Adresse durchgefragt habe finde ich schließlich das Haus und tatsächlich wohnt die Schwiegertochter noch da und spricht zu meiner Freude auch noch deutsch. Ich werde sehr herzlich aufgenommen und in den nächsten Tagen lerne ich fast alle Familienmitglieder kennen.

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Dieses Haus hat mein Vorfahre gebaut, heute wohnt eine Enkelin mit Ihrer Familie drin.
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Auch den Bürgermeister der schmucken Gemeinde lerne ich kennen und auch er hat deutsche Vorfahren und spricht deutsch.

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Ganz in der Nähe ist Sao Miguel das Missioes, eine von 7 Jesuitenmissionen die im Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay im 16. Jahrhundert von Jesuiten gegründet und zusammen mit den Guarani-Indianern erbaut wurde. Neben der Mission in Trinidad (Paraguay) eine der am besten erhaltenen Ruinen, die seit 1983 unter dem Schutz der UNESCO steht.

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Euch allen möchte ich für die freundliche Aufnahme nochmals danken. Es war mir eine besondere Freude, dass ich Euch kennen lernen durfte. Es ist schön zu wissen, dass es fern der Heimat einen Teil der Familie gibt und dass es Euch allen gut geht. Ich hoffe ich kann Euch irgendwann einmal mit einem Teil meiner Heimat und der Familie bekannt machen.

09.07.2010 Ijui – Caxias do Sul ca. 400 km (Bus)

Die Etappen für die nächsten 3 Tage habe ich mir schon eingeteilt, aber als ich am Morgen aus dem Fenster sehe, regnet es in Strömen. Ich gehe zum Busbahnhof und suche mir ein Ziel aus wohin ich fahren könnte. Nachdem ich abgekärt hatte, dass ich auch mein Fahrrad im Bus transportieren kann, buche ich einen Platz im Bus der mich nach Caxias do Sul bringen soll. Der Busfahrer sträubt sich ein wenig als er mein Fahrrad einladen soll, aber nach Rücksprache mit dem Fahrkartenverkäufer überwindet er sich dann doch.
Die Vorfahren meines Sitznachbars stammten ebenfalls aus Deutschland und so hatte ich während der Fahrt eine sehr nette Unterhaltung in deutsch.

10.07.2010 Am Samstag war es immer noch sehr regnerisch, ich lege nochmals einen Tag Pause in Caxias do Sul ein.

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11.07.2010 Caxias do Sul – Gramado Ruta 116 und 235, 67 km

Bei strahlend blauem Himmel sitze ich seit einer Woche wieder im Sattel und es geht von Caxias erst mal etwa 20 km bergab durch eine herrliche Landschaft.

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Es ist schon noch recht deutsch hier.

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In Nova Petropolis esse ich zu Mittag und ich will in dem Hostel übernachten aber als ich da ankomme ist kein Mensch da. Ich fahre oder besser schiebe nochmals 20 km weiter nach Gramado auf der Ruta Romantica.

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Moos das an den Zweigen der Bäume wächst.
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12.07.2010 + 13.07.2010 Gramado

Am Montag regnet es, das richtige Wetter um ins Museum zu gehen. Im Park Mundo Encantado wird Gramado wie es früher war dargestellt. Fünf Jahre hat die Familie daran gebaut und erst beim zweiten Blick sieht man die vielen Kleinigkeiten die dieser Welt Leben ein hauchen. Gramado wurde hauptsächlich von deutschen und italienischen Einwanderen besiedlelt.

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Das Schokolade und Parfmmuseum ist nicht wirklich spannend, nur wenn man einkaufen will. Da ich zu Fuß unterwegs bin, triefe ich von Nässe.

13.07.2010 Regen und Wolken haben sich verzogen aber es ist ganz schön kalt geworden. Bei fünf Grad und strahlend blauem Himmel schaue ich mir Gramado an, dabei sehe ich viele Ähnlichkeiten zu Deutschland. Es gibt nicht nur viele Fachwerkhäuser, sondern auch Parkuhren und Politessen. Mit Letzteren kommen die Brasilianer noch nicht so richtig zurecht.

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Der kleine Freizeitpark Mini Mundo ist gut besucht, viel Häuser, Burgen, Schlösser sind in Miniatur nachgebildet. Ich hoffe nur dass die Brasilianer nicht denken dass es in Deutschland überall so aussieht.
Das Orginal steht in Stuttgart.

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Ein Teil davon steht in Freiburg.
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Sogar das Schloss Neuschwanstein ist hier nachgebaut.

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14.07.2010 Gramado – Sao Francisco de Paula Ruta RS 235, 57 km

Kurz vor Canela
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Auf dem Weg liegt der Parque Estadual do Caracol (7 km von der Ruta RS 235 entfernt) mit einem sehr schönen Wasserfall.

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Canela bedeutet Zimt, die Stadt hat eine sehr schöne Kirche.

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15.07.2010 Sao Francisco de Paula – Cambara do Sul Ruta RS 20, 67 km

Auf halber Strecke bei Tainhas habe ich die Wahl, entweder auf der Rota do Sol ans Meer herunter zu fahren, was mir im Augenblick der Entscheidengsfindung etwas banal vorkam, oder weiter zum Canion Itaimbezinho nach Cambra do Sul. Hätte ich nur die erste Variante gewählt. Cambra do Sul ist der Ausgangspunkt für Touren in die Canion und somit völlig überteuert. Ich frage eine Weile herum bis ich eine Pousada finde die preislich für mich akzeptabel ist. Die Temperaturen fallen auf 0 Grad, das Haus ist ohne Heizung und ich decke mich mit allem was ich habe zu.

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16.07.2010 Cambra do Sul – Praia Grande Ruta Terra, 49 km

Der Wetterbericht sagt Regen voraus, ausnahmsweise hat er leider recht, der Himmel hängt voller Wolken, trotzdem mache ich mich auf den Weg zum Canion de Itaimbenzinho. Die Straße ist nicht geteert, es geht bergauf bergab und nach einiger Zeit fängt es an zu regnen. Als ich am Parkeingang ankomme hüllt sich die ganze Gegend in Nebel. Der Grund warum ich hier her gekommen bin, Canion gucken, kann ich getrost vergessen, man sieht nichts. Ich fahre weiter und sehe zu dass ich, trotz schlechter Straße, so schnell wie möglich nach Praia Grande komme. Völlig durchnässt und durchgefrohren komme ich am späten Nachmittag in Praia Grande an. Bei klarer Sicht ist das mit Sicherheit eine schöne Tour, trotz schlechter Straße und bergauf schieben.

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Der Nationalpark Itaimbenzinho liegt im Bundesstaat Rio Grande do Sul an der Grenze zum Bundesstaat Santa Catarina. Hier befindet sich die Bruchkante zur Küstenregion, die Mata Atlantica. Der atlantische Regenwald weist Weltweit eine der höchsten Biodiversität auf, was bedeutet dass hier die meisten verschiedenen Lebensorganismen ihre Existenz haben. Für uns Menschen ist die Biodiversität eine der Lebensgrundlagen. Früher reichte die Mata Atlantica bis weit ins Landesinnere, heute ist es nur noch ein schmaler Küstenstreifen übrig.

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Ein paar Kilometer nach dem Eingang zum Nationalpark geht es dann in Serpentinen hinab in die Küstenregion. Immerhin komme ich heil unten an und habe einen richtig rosigen Teint.

17. + 18.07.2010 Regenpause in Praia Grande

Während es regnet fällt mir folgendes ein >klick hier<

19.07.2010 Praia Grande – Sombrio Ruta ? + 101, 41 km

Gerade rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss komme ich in der Stadt an.

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20.07.2010 Sombrio – Tubaro Ruta 101, 92 km

Die Landschaft ist nicht gerade spektakulär und die Straße durch die vielen Baustellen sehr unangenehm zu fahren.

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21.07.2010 Tubaro – Imbituba Ruta 101, 42 km

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Imbituba – Florianopolis Ruta 101, ca. 90 km (Bus)
Landschaftlich wird es ein wenig schöner, dafür habe ich einen Gegenwind der sich im Laufe des Tages noch steigert. An den einspurigen Baustellen bin ich für die Lkws Luft und die Wolkendecke vor mit kommt immer näher. Gegen den Wind anzutreten ist viel kraftraubender als das Fahrrad bergauf zu schieben. Um 15:30 Uhr bin ich in Imbituba und ich beschließe die restlichen km bis Florianopolis mit dem Bus zu fahren. Das war auch gut so, denn es regnet am nächsten Tag und die Themperaturen fallen wieder auf gefühlte 10 Grad.
Als ich über diese Brücke fahre bläst mich nicht nur der Wind, der von vorne links kommt von der Straße, sondern die Lastwagen nehmen keine Rücksicht und fahren ohne den Abstand zu verringern an mir vorbei. Ich halte mich krampfhaft am Lenker fest und balanciere über die ca. 360 m lange Brücke, ein Fußweg oder Seitenstreifen gibt es nicht.

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22.07.2010 - 25.07.2010 Florianopolis

Florianopolis erlebe ich entweder im Regen oder mit einer dicken Wolkendecke verhangen. Einen Tag fahre ich nach Norden, dabei werde ich nass, trockne, werde nass und trockne wieder.

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Am nächsten Tag fahre ich nach Süden, der Wind hilft mir dabei, dafür muss ich auf dem Rückweg wieder gegen ihn antreten.

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Florianopolis erinnert mich an Mallorca der 70ger Jahre. Ein Urlaubsparadies an dem ein Hochhaus nach dem anderen hochgezogen wird. Besonders gut hat mir die viel angepriesene Insel nicht gefallen zumal die Autofahrer über die Insel rasen als wäre der Teufel hinter ihnen her. Wie ist das erst in der Hauptsession?

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Im Hostel in Florianopolis treffe ich Rebekka aus der Schweiz, endlich treffe ich mal eine Frau die ebenfalls mit dem Fahrrad alleine unterwegs ist. Nach einem Jahr reisen, fliegt sie Anfang August wieder zurück. Schade dass wir uns nicht früher begegnet sind, es hätte mit Sicherheit Spaß gemacht eine Weile zusammen zu radeln.

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26.07.2010 Florianopolis – Tijicas Ruta 101 + 411, 50 km

Um von der Insel zu kommen muss ich über die Brücke und dabei wird mir schon ein wenig mulmig. Das Schild für Fußgänger und Radfahrer gesperrt übersehe ich natürlich und als ich schon fast oben bin hält vor mir ein Abschleppwagen der Polizei. Ich habe mich schon gefreut da ich denke der lädt mich und mein Fahrrad auf und fährt mich über die Brücke. Weit gefehlt, der bäumt sich vor mir auf, weist mich zurecht und ich muss gegen den Verkehr wieder von der Brücke herunter laufen. Nochmals einen halben Kilometer weiter laufen damit ich die Straße überqueren kann, um dann einen Fuß und Radweg zu nutzen der unter der Brücke entlang führt um wieder auf das Festland zu kommen. Der Weg ist weder ausgeschildert und auch nicht in dem Stadtplan verzeichnet. Die ganze Aktion war viel gefährlicher und stressiger, als einfach über die Brücke zu fahren. Aber gut, dafür habe ich jetzt diesen Bild.

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27.07.2010 Tijucas – Brusce Ruta 411, 48 km

Eine stillgelegte Ziegelei
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Kirche
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28.07.2010 Brusce – Blumenau Ruta 411, 44 km

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29.07.2010 Blumenau

Das spektakulärste in Blumenau ist mit Sicherheit das Oktoberfest das alljährlich, wie soll es anders sein, im Oktober stattfindet. Ins Leben gerufen wurde diese Veranstaltung nach deutschem Vorbild in den achtziger Jahren, nachdem Blumenau mit einem Hochwasser zu kämpfen hatte. Eigens dafür wurde ein Gelände geschaffen das man ganzjährig besuchen kann, natürlich mit Souvenirverkäufen und deutschen Essen. Jährlich zieht das Oktoberfest in Blumenau etwa 7 – 800 000 Besucher an.
Leider streift ein Autofahrer mein Fahrrad, genau gesagt die Satteltasche auf der linken Seite, als ich mein Fahrrad in einer Hofeinfahrt abstelle. Auf den ersten Blick kann ich keinen Schaden feststellen, außer ein paar Streifen an der Zeltunterlage mit der ich immer meinen Rucksack abdecke.

Ein Kleinod in Blumenau

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Im Biermuseum in Blumenau.
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Das Wahrzeichen von Blumenau.
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Mülltrennung auf brasilianisch.
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Das Gelände vom Oktoberfest in Blumenau in Miniatur.
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30.7.2010 Blumenau – Guaramirim Ruta 474 + 413, 50 km

Als ich aus Blumenau heraus radle sehe ich vor einem Café ein bepacktes Fahrrad stehen, so wie es Traveler eben haben. Als ich in das Café herein schaue, sitzt da doch tatsächlich ein Deutscher bei einer Tasse Café, der ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs ist. Wir unterhalten uns lange und ich muss mich nun sputen, dass ich noch bevor es dunkel wird, in Guaramirim ankomme.

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Hier werden hauptsächlich Reis und Bananen angebaut.

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Kurz bevor es dunkel wird sehe ich schon von Weitem ein Hotelschild. Das Andradac Hotel ist ein neues und seht gut ausgestattetes Hotel www.hotelandardac.com.br absolut empfehlenswert.
Da ich vor lauter schnell, schnell, seit dem Frühstück nichts gegessen habe, gehe ich am Abend erst mal eine leckere Pizza essen.

31.07.2010 Guaramirim – Joinville Ruta ? , 28 km

Am Morgen werde ich, als ich den Frühstücksraum betrete, schon erwartet. Das Ehepaar Berchtoldt, Jéssica die in Deutschland aufgewachsen und in Brasilien in der Gemeinde Schroeder eine Ausbildung macht und ein Reporter von der Zeitung Journal do Vale do Itapocu warten auf mich.

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Während wir zusammen frühstücken erzähle ich über meine Reise und Jéssica übersetzt ins portugiesisch. Link zum Zeitungsartikel.
http://www.jdv.com.br/index.php?option=com_content&task=view&id=10926&Itemid=15
Sollte mal jemand mit dem Fahrrad in der Gegend sein und Probleme damit haben, Herr Berchtoldt handelt mit Fahrrädern und den passenden Zubehör.

www.markolf.com.br


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01.08.2010 – 03.08.2010 Joinville

Auch in Joinville haben sich einstmals sehr viele Deutsche niedergelassen.

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Aber hier muss ich hauptsächlich das Regenwetter aus sitzen. Auf der Fahrt nach Joinville hat am Hinterrad immer etwas gestreift, als ich mein Fahrrad ablade sehe ich dass der Gepäckträger gebrochen ist. Ich denke das habe ich dem zu verdanken der mein Fahrrad angefahren hat. In ein paar regen freien Stunden suche und finde ich jemanden der mir das schweißen kann. Nach einer halben Stunde ist das perfekt geschweißt und kostet gerade mal 10 Real.

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04.08.2010 Joinville – Curitiba (Bus)

Es gießt den ganzen Tag und da ich in der Stadt nichts unternehmen kann, fahre ich mit dem Bus nach Curitiba. Hier regnet es auch und es ist noch um einige Grad kälter. Bis ich die fünf Blocks von Busbahnhof bis zum Hostel gelaufen bin, triefe ich vor Nässe. Aber Curitiba hat einiges an Sehenswürdigkeiten anzubieten.

05.08.2010 + 06.08.2010 Curitiba

Im Hostel treffe ich eine Frau aus Frankreich, mit ihr besichtige ich am Donnerstag ein Teil von Curitiba. Wir kaufen uns ein Touristenticket für 20 Real, Stand 08/2010. Der Bus zirkuliert alle halbe Stunde, hält an 24 Sehenswürdigkeiten an und man kann damit 5 x fahren.
Wir steigen am Park Tangura aus,

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laufen zum Park Tingui,

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essen ein leckeres Buffet libre und steigen in Santa Felicidade wieder in den Bus ein.

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Zum Schluss sehen wir uns noch den Sector Historico (Altstadt) an.

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In der Nacht von Donnerstag auf Freitag reist meine Begleiterin weiter und ich mache mich alleine auf den Weg um den Botanischen Garten anzusehen. Lange halte ich mich aber nicht auf, denn es ist recht kalt an diesem Tag.

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Nicht nur von außen ist das Oskar Niemeyer Museum ein interessantes Gebäude. (Auch das Auge genannt)

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Durch die eigenartige Form ist im Inneren eine eigenartige Atmosphäre, Kunst eben. Durch einen Tunnel geht es ins Auge hinein.

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und dann die Treppe hoch.
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Im angrenzenden Gebäude finden wechselnde Ausstellungen statt.
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07.08.2010 Curitiba – Santos (Bus), Santos – Guaruja 15 km

In Curitiba wäre ich gerne noch etwas geblieben, aber bei 7 Grad macht es keine besondere Freude. Klar, 7 Grad ist für Europäer nicht besonders kalt, aber was die Kälte unangenehm macht ist die hohe Luftfeuchtigkeit und die Gebäude sind nicht beheizt. Mit dem Bus fahre ich weiter nach Norden ans Meer, nach Santos und mit dem Fahrrad fahre ich auf die Insel Guaruja.
Um dahin zu kommen muss ich erst mal durch die Stadt, dann am Meer entlang, mit dem Farry Boot übersetzen und dann nochmals etwa 7 km fahren um in das Hostel zu kommen.
Radweg auf der Insel Gurauja

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08.08.2010 – 10.08.2010 Guaruja

Endlich mal Bikinithemperaturen...
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Santos ist eine der interessantesten Städte die ich in Brasilien besucht habe. Der Mix aus alt und neu und die Mischung der Kulturen geben der Stadt eine besondere Note.
Mit seinen 13 km Länge ist der Hafen von Santos einer der größten Umschlagplätze in Südamerika. Im historischen Zentrum stehen von vielen alten Häusern nur noch die Fassaden. Nicht selten wachsen, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit, Sträucher, Farne und Moose darauf.

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Dieses Kleinod steht zwischen Hochhäuser am Strand von Santos.

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Mehrere Kanäle durchziehen die Stadt und leiten das Regenwasser ins Meer. Um wieder aus der Stadt herauszufinden, radle ich einfach immer an einem Kanal entlang bis zum Meer. Auf einem Radweg geht es dann am Meer entlang bis zur Fähre um dann in etwa 5 Minuten wieder überzusetzen auf die Insel.

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Der Himmel ist schon wieder mit Wolken verhangen und der Strand leer gefegt.

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Der hat gelbe Socken an.
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11.08.2010 Guaruja – Bertioga ca. 35 km

Um nach Bertioga zu kommen fahre ich auf die andere Seite der Insel und setzt mit der Fähre über nach Bertioga.

12.08.2010 Bertioga – Boicucuanga Ruta 55, ca. 62 km

Den neuzeitlichen Moai entdecke ich an der Straße.

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Die Strecke heißt auch Costa verde.
Leider ist mir der Blick auf das grün schimmernde Meer nicht allzu oft vergönnt, da fast alles zugewachsen ist. Zur meiner linken Seite erheben sich die Abhänge des Mata Atlantica.

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13.08.2010 Boicucuanga – Maresias Ruta 55, 7 km

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich heute gerade mal 7 km Wegstrecke schaffe. Heute fühle ich mich etwas geschwächt da ich schon seit den Tagen in Curitiba eine Erkältung mit mir herum schleppe. Von den 7 km geht es 4 km steil bergauf, ich schiebe 10 m und ruhe mich 10 Minuten aus... je höher ich komme, je steiler wird es. Da hier im Hostel alle Betten belegt sind, fahre ich zunächst weiter, aber kaum bin ich aus dem Ort heraus geht es schon wieder aufwärts. Ich drehe um und suche mir eine bezahlbare Pousada.

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Anstatt das schöne Wetter und den herrlichen Strand zu genießen, lege ich mich ins Bett und höre dem Meeresrauschen von der Ferne zu.

Favelas
Eben sehe ich im Fernsehen einen Bericht, dass in Sao Paulo eine Favela brennt.
Aber was sind Favelas?
Das sind Armensiedlungen meistens an den Randgebieten der Städte. Der Name wurde von einer Kletterpflanze abgeleitet, die sich unkontrolliert ausbreitet.
Der Ursprung der Favelas geht jedoch zurück auf die Abschaffung der Sklaverei. Die freigelassenen Sklaven bauten ihre Hütten an den Randgebieten der Städte.
Favelados bauen ihre Hütten auf Grundstücken die ihnen nicht gehören, oftmals werden sie aus diesem Grund wieder dem Erdboden gleich gemacht. In vielen dieser Elendsviertel gibt es weder fließend Wasser, Strom noch eine Kanalisation. In ihnen herrschen eigene Gesetze und eigene soziale Geflechte. Nicht selten werden diese von Drogenbossen regiert, was aber auch bedeutet, dass diese für ihre Mitbürger sorgen. Man nimmt an dass allein in Rio de Janeiro 30% der Bevölkerung in Favelas leben. Arm, reich und superreich lebt in diesen großen Land ganz nah beieinander.
Seit einigen Jahren ist man bemüht die Favelas mit fließend Wasser, Abwasser und Strom zu versorgen sowie soziale Einrichtungen wie Kindergärten und die medizinische Versorgung sicherzustellen.

14.08.2010 Regenpause in Boicucuanga
Entweder verfolgt der Regen mich oder ich verfolge den Regen. Wenn das so weiter geht muss ich mein Gepäck um einen Regenschirm aufrüsten.

15.08.2010 Maresias – Ilhabela Ruta 55, 30 km

Der Himmel hängt voller Wolken, aber ich fahre trotzdem los. Die Straße führt durch den Nationalpark Serra do Mar, eine herrliche Wegetation.

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Die Route ist recht anspruchsvoll, da es weiterhin sehr steil bergauf und bergab geht.
An diesem Wasserfall fängt es an zu regnen, hört aber genau so schnell wieder auf. Die Vegetation ist beeindruckend.

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Um auf die Insel Ilhabela zu kommen setze ich von Sao Sebastiao mit der Fähre über. Für Fußgänger und Radfahrer kostet das, wie auch zuvor in Santos, nichts.

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16.08.2010 - 18.08.2010 Ihlabela
Eine wirklich schöne Insel, ohne Hochhaussiedlungen. Die Häuser sind recht bunt und flach gehalten. Auch hier gibt es Radwege und ich erkunde die Insel mit dem Fahrrad. Ein Teil der Insel ist Nationalpark und die Seite zum Atlantik hin ist nur mit dem Boot oder dem Jeep zu erreichen.

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Ein Künstler stellt entlang der Küste seine Werke aus. Sehr interessante Arbeiten.
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Das Gefieder des Pinguins ist aus Zündkerzen angefertigt.
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Mit dem Fahrrad erkunde ich das Inselchen. Viel Natur einsame Buchen und ein Ameisenhighway...
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Sao Sebastiao hat nicht nur eine sehenswerte Altstadt, sondern hier wird das meiste Rohöl angeliefert das in Brasilien verarbeitet wird. Über die Pipeline wird das Öl von den Schiffen in riesige Tanks gepumpt.

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19.0.2010 Ihlabela – Ubatuba Ruta 101, 82 km

Klasse Tour

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20.08.2010 Ubatuba

Herrliche Landschaft ich lege einen Strandtag ein, habe ich doch bis jetzt noch nicht einmal den großen Zeh in das köstliche Nass gesteckt.
Die warten auf die Abfälle die ihnen die Fischer übrig lassen.

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21.08.2010 Ubatuba – Paraty Ruta 101, 72 km

Wieder eine klasse Tour durch eine herrliche Landschaft. Die Heuschrecke hätte ich fast übersehen, da sie wie ein zusammengerolltes Blatt aussah.

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22.08.2010 - 23.08.2010 Paraty

Paraty sollte man lieber nicht in High-Heels besuchen. Die Straßen in der Altstadt sind noch mit den alten Steinen gepflastert, das Laufen mit flachen Schuhen ist schon ein Balanceakt. Aber das sollte niemand abhalten sich die Stadt anzusehen, denn sie ist sehenswert. In Paraty sind die ersten Portugiesen an Land gegangen und das Gold wurde aus dem Hinterland nach Paraty transportiert und nach Portugal verschifft.
Wenn man durch die Altstadt mit den gepflegten Häusern schlendert, die für Autos gesperrt ist, möchte man meinen man ist in Portugal. Das eigentliche Leben findet leider nicht mehr in den Straßen der Altstadt statt, die ist ganz auf den Tourismus ausgerichtet.

Als ich hier ankomme ist sehr viel los in der Stadt. Die Dame in der Touristeninformation sagt, dass dieses Wochenende das Schnapsfestival stattfindet. Das Hostel ist voll belegt, der erste Campingplatz den ich aufsuche auch, aber der zweite Campingplatz hat noch ein Plätzchen für mich frei.

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Bei Flut wird die Uferstraße gereinigt.
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24.08.2010 + 25.08.2010 Paraty – Angra dos Reis - Ilha Grande Ruta 101, 100 km

Eine herrliche Tour entlang der Costa Verde, immer wieder mit dem Ausblick auf die vielen kleinen Inseln die entlang der Küste verteilt sind.

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Da ich recht früh in Angra dos Reis ankomme, suche ich die Policia Federal auf um mein Touristenvisum verlängern zu lassen. In Brasilien bin ich schon 89 Tage, rechnet der Beamte aus, 90 Tage gilt mein Visum. Glück gehabt denn ich hatte nicht gerechnet sondern nur geschätzt. Jetzt darf ich weitere 90 Tage bleiben aber ganz billig war es nicht, ich musste 67,00 Real bezahlen.

Von Angra dos Reis fahre ich mit einem Katamaran hinüber auf die Insel Ihla Grande. Mein Fahrrad wird mit dem Gepäck aufgeladen und einfach mit einem dicken Tau vorne festgebunden.

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26.08.2010 – 30.08.2010 Ilha Grande

Auf der Insel gibt es keine Autos und auch keine geteerten Straßen. Man kann auf der Insel wandern, die herrliche Wegetation genießen oder an einem der schönen Strände realexen.
Mir fällt bald auf dass es auf der Insel zwei Arten von Bewohnern gibt. Die eine Art das sind die Touristen, die Anderen das sind die, die Touristen in irgend einer Weise versorgen. O.k. Ich gehöre ja auch zu den Tousisten, aber es ist für mich ungewöhnlich denn so viele habe ich während der ganzen drei Monate die ich in Brasilien bin, nicht gesehen.
Seit ihrer Entdeckung war die Ilha Grande immer gut besucht. Von manchen freiwillig, von anderen eher unfreiwillig. Sie war Pirateninsel, Sklaveninsel, Gefangeneninsel, Leprainsel, Quarantäneinsel und heute ist sie Touristeninsel.
Ein Aquädukt

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Wie die Damen in Bolivien binde ich bei einer Wanderung mein Handtäschchen auf den Rücken. Das ist wirklich eine bequeme Art etwas zu tragen. >Klick hier<
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Unterwegs finde ich eine Schlangenhaut.
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Eine seltsame Spinne, wie es aussieht ist ihr jemand auf den Hinterfuß getreten.
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Da hängt was am Hacken.
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Das ehemalige Gefängnis von außen und von innen.
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31.08.2010 Ilha Grande – Angra dos Reis – Mangaratiba Ruta 101, 48 km

Die Tage auf der Ilha Grande habe ich in einem Hostel verbracht, das war auch sehr schön und preislich in Ordnung. Nur die letzten zwei Nächte wurden in das Zimmer zwei unruhige Mitbewohner einquartiert. Also packe ich früh meine sieben Sachen um das Schiff nach Mangaratiba zu erwischen, das um 8:30 Uhr ablegen soll. Kaum gefrühstückt stehe ich 10 Minuten vor Abfahrt am Pier und warte und warte... Ich frage nochmals nach wann denn das Schiff ablegt und Mann bestätigt mir ja, ja 8:30 Uhr, hat vielleicht ein wenig Verspätung. Aber es fährt kein Schiff, ein Mitarbeiter erklärt mir dass zu wenig Passagiere da sind und es nicht lohnt. Auch gut, also wieder mit dem Katamaran um 9:00 Uhr nach Angra dos Reis. Der Kapitän grinst schon, als er mich mit dem Fahrrad sieht und mit Übung bindet er wieder mein Fahrrad vorne mit dem Tau fest.

Auf der Südhalbkugel steht die Sonne im Norden. Ich fahre nach Norden und die Sonne scheint mir den ganzen Tag ins Gesicht. In Angra dos Reis, der Name bedeutet Bucht der Könige, zeigt das Thermometer um 10:00 Uhr schon 28 Grad an. Je weiter ich nach Norden komme, umso wärmer wird es und es geht wie immer bergauf und bergab (schwitz). Da ich mal wieder vergessen habe mich mit Sonnencreme einzuschmieren, habe ich natürlich einen Sonnenbrand auf der Nase.

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Hier hat wohl jemand eine brennende Zigarette aus dem Fenster geworfen.
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01.09.2010 Mangaratiba – Itaguai Ruta 101, 35 km

In Itaguai angekommen sehe ich kein Hotel und auch keine Pousada. Ich frage nach einer Touristeninfo, das kennt auch keiner. Also frage ich mich zur Prefektura, das ist die Stadtverwaltung, durch. Hilfsbereit wie die Brasilianer sind, lotsen mich zwei Mitarbeiter mit ihrem Auto zum Hotel. Herzlichen Dank!

02.09.2010 Itaguai – Rio de Janeiro ca. 70 km

Viel zu gefährlich man muss durch Elendsviertel, sagen mir alle, als ich sage dass ich mit dem Fahrrad nach Rio fahren will. Während der Fahrt halte ich dauernd Ausschau nach der Gefahr, kann aber absolut keine entdecken und das einzige Elend sind zwei Berge auf die ich mein Fahrrad hinauf schieben muss. Für alle die ebenfalls von Süden mit dem Fahrrad nach Rio fahren wollen habe ich hier eine ausführliche Wegbeschreibung.
In Itaguai fahre ich Richtung Santa Cruz aus der Stadt heraus und komme wieder auf die Ruta 101. Der folge ich bis sie in die Avenida do Brasil, eine 6-spurige Schnellstraße übergeht.

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Nachdem ich die Schleife heruntergefahren bin, biege ich an der Tankstelle rechts ab und folge dem Schild das mir den Weg nach Santa Cruz/Guaratiba weist.
Um 10:00 Uhr habe ich Santa Cruz hinter mir, das Thermometer zeigt 31 Grad an, es wird also heute schön kuschelig warm. Die Straße und der Seitenstreifen, soweit er vorhanden ist, gleicht einem Flickenteppich, aber es ist topfeben und ich komme gut voran.

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Nach etwa 8 km komme ich an eine Kreuzung an der ich mich nicht entscheiden kann ob links oder rechts abbiegen. Rechts geht es nach Petra de Guaratiba links nach Barra de Guaratiba/Barra de Tijuca. Ich frage einen Mann nach dem Weg und der meint links geht es schneller, also biege ich links ab.
Bis zu diesem Haus geht es immer eben geradeaus, schräg gegenüber ist eine Tankstelle und ich kaufe mir eine Flasche Wasser.

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Dann kommt der erste Berg und von oben genieße ich während einer Verschnaufpause diese Aussicht.

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Als ich auf der anderen Seite unten ankomme, bin ich schon in Barra de Tijuca. Die Straße auf der ich mich befinde ist die Avenda das Americas. Ich fahre ein Stück weit in den Ort hinein bis ich eine Möglichkeit finde rechts abzubiegen um ans Meer zu kommen. Entlang der Praia da Barra da Tijuca führt ein Radweg, (ca. 20 km) den ich bis zum Ende fahre wobei ich zwei mal die Straßenseite wechsle. Ein herrlicher Strand, ich halte Ausschau nach einem Hotel um den restlichen Tag Pause einzulegen. Ich frage nach dem Preis in einer Nobelherberge, der Spaß würde mich 450 Real für eine Nacht kosten. Bei dem Gedanken vergeht mir der Spaß, ich fahre weiter.
Am Ende des Radwegs hat mein Hinterreifen fast keine Luft mehr. Ich pumpe ihn auf und hoffe dass die Luft auch hält.

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Jetzt kommt der zweite Berg, der Sao Conrado, der bezwungen werden will. Da habe ich zwei Möglichkeiten, entweder fahre ich auf die sechsspurige Schnellstraße am Meer entlang und durchquere dabei einen Tunnel, oder ich nehme die kleine Straße über den Berg. Da ich keinen Seitenstreifen sehe und nicht weiss ob der Druck im Hinterreifen hält, entscheide ich mich für die Bergtour.
Dazu muss ich wieder ein Stück zurück nehme die Überführung über die Schnellstraße, fahre über die Brücke und biege rechts ab. Die Straße heißt Estrada do Joa. In einer halbe Stunde bin ich oben, genauso steil wie es bergauf geht geht es auch wieder hinab. Ein unheimliches Gekurve und der Gehsteig ist im Verhältnis zur Straße genau so schmal.

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Während ich hinunter fahre habe ich einen Blick auf die Schnellstraße die am Meer entlang führt. Die Fahrbahnen sind nicht nebeneinander sondern übereinander.

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So, wieder eine Etappe geschafft und wieder geht es auf einem Radweg der Praia Sao Conrado entlang. Dann noch um einen Berg herum der Steilküste entlang, schon bin ich in in Leblon und wieder auf einem Radweg. Das Hostel das ich mir ausgesucht habe ist in Ipanema, also weitere 7-8 km Radweg, dann noch die richtige Straße finden, links abbiegen weitere 500 m fahren und um 16:30 Uhr bin ich an meinem Ziel.
Die ganze Tour war nicht gefährlich, sondern wunderschön.
Am 7. September feiert Brasilien den Unabhängigkeitstag, das verlängerte Wochenende nutzen viele Brasilianer um an die Küste zu fahren. Das Hostel ist nur für eine Nacht frei, für die restliche Zeit die ich in Rio bin muss ich mir ein anderes Hostel suchen.

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