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Brasilien vom 12.05.2010 bis 25.05.2010

Bei der Einreise nach Brasilien betrete ich ein modernes Gebäude, die Beamten sitzen hinter Glas und sprechen englisch.
Vier weitere Unterschiede die mir gleich auffallen, es liegt kein Müll in der Landschaft herum, die Straßen sind geteert, es ist alles fünf mal so teuer und ich verstehe kein Wort. Hier wird portugiesisch gesprochen.
Eine Nacht verbringe ich in Corumbá, dann buche ich eine viertägige Tour ins Pantanal. Na ja, genau genommen sind es nur drei Tage, der erste Tag ist ein reiner Anreisetag.
Mit dem öffentlichen Bus fahre ich zu einem Sammelpunkt und warte auf die anderen Teilnehmer die aus Bonito und Campo Grande die Tour gebucht haben.

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Das Pantanal ist das größte Binnenfeuchtgebiet der Erde (etwas so groß wie die alte BRD) und gehört geografisch zu den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, in dem ich mich befinde. In dem Riesenbiotop leben weltweit die meisten verschiedenen Tierarten. Das Pantanal steht auf der Liste der UNESCO als Welterbe.

Abendstimmung im Pantanal
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Als wir am Campingplatz ankommen ist es bereits dunkel und das Abendessen ist fertig. Danach noch ein Schwätzchen halten, ein Bierchen trinken und dann geht es in die Hängematte.
Darin fühle ich mich allerdings nicht besonders wohl, ich hole meine Isomatte heraus und schlafe auf dem Boden.

Am nächsten Morgen werden die Pferde gesattelt, wir machen einen Ausritt.
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Sicher vom Hochwasser bauen winzig kleine Ameisen ihre Behausungen auf Bäumen.
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Sumpfwalk, während der Trockenzeit steht das Wasser nur knöchelhoch, während der Regenzeit reicht es bis zur Brusthöhe. Wir suchen Wasserschlangen finden aber keine.
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Dafür sehen wir Affen die sich in den Baumkronen von Ast zu Ast schwingen.
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Was wohl aus diesen Nestern schlüpft?
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Verschlingungen
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Sieht der nicht schick aus mit seinem roten Kragen?
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Leuchtet man in der Dunkelheit mit einer Lampe ins Wasser funkeln die Augen der Kaimane wie kleine Lämpchen.
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Jeden Morgen versammelt sich eine Vogelgemeinde zum Frühstück am Campingplatz.
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Mit dem Boot fahren wir tiefer ins Pantanal hinein. Der Giude sitzt vorne und hält nach der Tierwelt Ausschau.
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Ein Tucan oben im Baum.
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Die sind mit dem Nestbau beschäftigt. Wenn alles gut geht werden sie zwei Junge groß ziehen.
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Natürlich jede Menge Kaimane.
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Junglewalk immer dem Guide hinterher.
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Die Heuschrecke ist so groß wie meine Hand.
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Hätten die eine Digicam, würden sie uns fotografieren.
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Natürlich gibt es auch eine Menge Pflanzen die ich zuvor noch nie gesehen habe.
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Der Hauskater am Campingplatz ist natürlich auch ein Teil der Tierwelt.
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...der auch
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und die Stachelschweine darf man auch nicht vergessen.
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Guide sein ist ja sooo anstrengend. Während die Touristen den Fluß hinunterpaddeln fährt er mit dem Boot hinterher. Ich fahre auch im Boot mit, mir ist das Wasser wieder mal viel zu nass.
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Am 16.05.2010 fahre ich am Nachmittag mit dem Bus nach Bonito und bleibe hier bis zum 19.05.2010.
Bonito und die Gegend drumherum ist ein Erholungsgebiet und ist bekannt durch seine Grotten und das glasklare Wasser in den Flüssen. Es gibt die Möglichkeit in den Flüssen zu schnorcheln, Ausflüge in die nähere Umgebung zu buchen oder wie ich mit dem Fahrrad die Landschaft zu erkunden.

Rote Erde, üppiges Grün, blauer Himmel...
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...und weise Kühe, prägen hier das Landschaftsbild.
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Der bekannteste Ort ist die Laguna Azul, die ist etwa 20 km von Bonito entfernt. Das Wetter ist klasse, ich fahre mit dem Fahrrad hin.

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Unterwegs scheuche ich eine Bullenherde auf. Die rennt 3 km vor mir her, ich habe schon Bedenken, dass ich mit ihr an der Laguna Azul ankomme. Zum Glück ist ein Kuhgitter in die Straße einelassen, da kommen sie nicht drüber. Sie weichen auf die Wiese aus, so sie auch hingehören.
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Die Laguna Azul befindet sich in einer Höle. Warum das Wasserr blau schimmert habe ich nicht so ganz verstanden. Es ist aber ganz klar, man kann bis auf den Grund (7,80 m) sehen.
Fußweg zum Höleneingang.
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Der Eingang zur Höle.
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Drei Schönheiten flattern mir über den Weg.
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20.05.2010 Bonito – Jardim Ruta BR 060, 60 km
Juhuu ich radle wieder.
21.05.2010 Jardim – Bela Vista Ruta 060, 91 km
22.05.2010 Pause in Bela Vista

Kaum zu glauben, aber meine Muskulatur hat sich in den Wochen in denen ich mich in bequemen Bussen durch Bolivien hab kutschiert lassen, ganz schön abgebaut. Muskelkater, Sonnenbrand an den Füßen und der Hintern tut mir weh. Ich komme mir vor wie die Prinzessin auf der Erbse.

Immer wieder Kühe entlang der Straße die mir verwundert nachschauen. Wahrscheinlich haben sie noch nie eine Radlerin aus Deutschland gesehen.
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Ein Feld voll Termitenhügel.
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23.05.2010 Bela Vista - António João Ruta ? 66 km

Den ganzen Tag strample ich gegen den Wind, bergauf bergab. Es ist erstaunlich wie bremsend der Gegenwind ist. Die letzten 5 km geht es dann nochmals kräftig bergauf. Aber wie immer werde ich nach einer besonderen Anstrengung belohnt. Die Sonne schickt ihre letzten Strahlen über die Ebene unter mir und streichelt die Erde auf eine ganz besondere Weise. Als ich in António João ankomme leuchten schon die ersten Sterne über mir.
Handteller groß und mutig wie ein Löwe sprintet die Vogelspinne über die Straße. Ich hätte sie ja gerne rüber getragen, aber das hätte sie dann wohl als einen Angriff auf ihre Persönlichkeit gesehen und das wäre mir wiederum nicht gut bekommen. Ob sie de zwei nachfolgenden Autos überlebt hat?

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24.05.2010 Regenpause in António João

Es regnet als wäre es das letzte mal.
An dieser Stelle möchte ich mal erwähnen, dass die Brasilianer sehr nette, geduldige und hilfsbereite Menschen sind. Meine portugiesischen Sprachkenntnisse lassen ja sehr zu wünschen überig. Genau gesagt verstehe ich kein Wort, trotzdem wird mit einem Mix aus spanisch und englisch immer eine Unterhaltung angestrebt. Jeden Tag halten ein, zwei Autos an und bieten mir an mich mitzunehmen, aber ich will ja wieder radeln...

25.05.2010 António João - Ponta Porã / Petro Juan Caballero Ruta ? + MS 164, 54 km
Ponta Porã und Petro Juan Caballero sind Grenzstädte. Auf der einen Straßenseite ist Brasilien auf der anderen Seite Paraguay. Ich weiß nie so ganz genau wo ich gerade bin. Ein lebhafter Handel mit allem Möglichen findet hier statt. Aber erst mal die Immigration suchen und mir den Ausreisestempel holen. Wie ich mich so durchfrage, bietet mir so ein schmieriger Typ Drogen an. Als ich dann bei der Immigration ankomme ist das die Einreise nach Paraguay, ich brauche aber erst den Ausreisestempel. Den bekomme ich, so sagt man mir, von der Polizei, die ist im Zentrum, also wieder 3km zurück und das Stempelchen in den Pass drücken lassen. Den Einreisestempel nach Paraguay hole ich dann Morgen, heute habe ich keine Lust mehr.
An den Fahnen erkennt man in welchem Land man sich befindet. Links ist Brasilien, Rechts ist Paraguay.
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