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Bolivien vom 07.04.2010 bis 12.05.2010

07.04.2010 La Quiaca – Tupiza 125 km Ruta 14

La Quiaca ist die Grenzstadt zu Bolivien und ich komme problemlos über die Grenze nach Villarazôn.

Die Ruta 14 befindet sich im Bau der mehr oder weniger fortgeschritten ist. An manchen Stellen ist sie schon geteert und gut befahrbar, an manchen Orten fehlen noch die Brücken, oder die Brücke ist da und die Straße fehlt, oder es wird kräftig gewühlt und viel Erde bewegt. Außer Schnee und Eis befahre ich auf dieser Strecke alle Arten an Straßenbelag.

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Da fehlt noch die Brücke.
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Der Mensch in der Touristeninfo in La Quiaca erzählte mir es sind 50 km bis nach Tupiza, eine bequeme Tagesetappe dachte ich mir. In dem Glauben radele ich drauflos immer in der Erwartung, das ersehnte Ziel hinter dem nächsten Hügel zu erreichen. Erst als ich im 17:30 Uhr in einem kleinen Ort angekommen bin, sehe ich ein verwittertes Schild Tupiza 41 km. Ich frage einen jungen Mann in Ort, der bestätigt mir die 41 km, aber es ginge hauptsächlich bergab. Nun ja der halbe Weg geht bergab, dann geht es wieder auf und ab.
Da ich kein Licht an meinem Fahrrad habe, fahre ich als es dunkel wird fast blind der holprigen Straße entlang. Irgend wann hält dann ein Caddy an mit drei Jungs von der Straßenbaufirma die mich mitnehmen wollen. Da ich denke, dass es jetzt höchstens noch 5 km sein können, lehne ich erst mal ab. Der Beifahrer meint aber es sind noch 20 km und ich kann die Straße bei Nacht mit dem Fahrrad nicht fahren. Recht hatte er, als ich mit ihnen mitgefahren bin, konnte ich mich selbst davon überzeugen.

Tupiza vom 08.04.2010 – 15.04.2010

Bonito würde ich zu dem Städtchen Tupiza sagen. Einen Tag brauche ich erstmal um mich von der anstrengenden gestrigen Fahrt zu erholen.
Ein Ausflug mit dem Fahrrad in die Umgebung.

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Mais wird mit der Sichel geschnitten und aufgebunden.

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Vom 11.04.2010 – 14.04.2010 buche ich eine Tour von Tupiza durch eine atemberaubende Bergwelt und den Salar de Uyuni.
Mein Fahrrad und ein Teil meiner Ausrüstung lasse ich im Hotel zurück. Schon nach den ersten Kilometern sehe ich, dass ich diese Tour mit dem Fahrrad nicht machen konnte. Eine faszinierende Bergwelt, der höchste Punkt den wir erreichen liegt bei 5000 Höhenmetern. Kaum zu glauben dass die Gegend einmal der Meeresgrund war.

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Mit vier Jeeps und zwei Köchinnen fahren wir um 9:00 Uhr in Tupiza los. Unsere Köchin Bernhardise ist eine herzensgute Frau mit 7 Kindern im Alter zwischen 2 und 26 Jahren. Sie zaubert uns täglich drei leckere Mahlzeiten für dessen Vorbereitungen sie schon morgens um 4:00 Uhr aufsteht.

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Die erste Nacht verbringen wir in San Antonio de Liepes auf 4200 ü. M. Sobald die Sonne am Horizont verschwunden ist, wird es eiskalt. Heizung gibt es keine, ich decke mich mit allem was ich zur Verfügung habe zu.

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Das was hier auf der Stange hängt sind keine Fähnchen, sondern Fleisch das in der Luft getrocknet wird.

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Strom wird mit einem Generator erzeugt, einige Familien haben jedoch kleine Solarzellen am Haus. Die Frauen waschen die Wäsche im Fluss und ich frage mich wann wohl der Briefträger hier her kommt.

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Die Häuser sind aus Lehm gebaut der aus der Umgebung gewonnen und zu Backsteinen geformt wird.

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Am 2. Tag ist um 5:30 Uhr wecken. Auf dem Fluss hat sich eine dünne Eisschicht gebildet.
Eine Ruinenstadt auf 4690 m Höhe.

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Die Laguna Celeste

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Die weise Schicht auf dem Wasser ist weder Schnee noch Eis sondern Borax, das hier in rauen Mengen vorkommt. Die alten Griechen verwendeten Borax zum einbalsamieren der Leichen, heute wird es hauptsächlich als Bleichmittel in der Waschmittelindustrie und zur Herstelllung von Keramik verwendet.

Plattfuß, Reifenflicken und die Fahrer sind da richtig fix drin.
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Wir fahren an verschiedenen Lagunen vorbei. Die weisen Punkte sind Flamingos.
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Die 5000 ü. M. erreichen wir an den Geisers Sol de Mañana. Wer will kann hier ein Bad in der warmen Thermalquelle nehmen. Mir ist die Außentemperatur zu kalt und das Wasser zu nass. Ich mache lieber ein paar Fotos von der Gegend.

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Nach dem Mittagsessan fahren wir zur Laguna Verde. Wegen dem Kupfergehalt ist sie grün gefärbt, ändert jedoch ihre Farbe je nach Tageszeit.
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Geisiere, hier brodlet und spuckt die Erde.
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Die 2. Nacht schlafen wir in einem Hostel in der Nähe der Laguna Colorada die wir am nächsten Morgen anfahren. Durch eine Algenart ist das Wasser rot gefärbt und bildet einen Kontrast zum weisen Borax. Leider haben wir die Sonne im Gegenlicht, so dass die rote Farbe auf den Bildern nicht so richtig zur Geltung kommt.

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Arbol de Petra sind Felsenformationen mitten in einer sandigen Landschaft.

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Fünf Lagunen reihen sich aneinander, eine schöner als die Andere. An der Laguna Honda und an der Laguna Cańada legen wir eine Fotopause ein.

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An der Laguna gibt es Mittagessen.
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Das Bufett ist angerichtet.
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Der bekommt die Schalen vom Gemüse.
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Die Steine sind mit einer Mosart bewachsen, die aber nicht weich sondern hart ist.
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Im Valle de Rocca hat Lava bizarre Felsengebilde kreiert.

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In Höhen über 3000 ü.M. soll man viiieeel trinken!
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Zur meiner Überraschung verbringen wir die 3. Nacht in einem Hostel am Rade des Salars de Uyuni das ganz aus Salz gebaut ist. Salzblöcke wurden zurecht gesägt und wie Backsteine aufeinander gesetzt. Wider Erwarten strahlen die Räume eine behagliche Wärme aus.

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Am letzten Tag stehen wir extra früh auf, um den Sonnenaufgang über dem Salar zu sehen, doch leider hängt der Himmel voller Wolken.
Frühstück gibt es an der Isela Incahuasi, ein Gebilde aus Korallen und Vulkangestein. Die Kakteen sind einige hundert Jahre alt.

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In einem Museum kann man Figuren aus Salz bewundern.

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Meine Mitreisenden beendeten die Tour in Uyuni, ich fahre mit zurück nach Tupiza.
Insgesamt sind wir in den 4 Tagen 1200 km durch eine faszinierende Landschaft gefahren. Für mich als langsam Reisende natürlich viel zu schnell, aber mit dem Fahrrad hätte ich die Strecke nicht fahren können. Gerne wäre ich an so manchen Orten etwas länger geblieben, hätte öfters einen Stopp für Fotos eingelegt, eine Wanderung in den Bergen unternommen, mit den neugierigen Kindern in den Dörfern geplaudert, eine Nacht lang den dreidimensionalen Sternenhimmel beobachtet, der hier von Horizont zu Horizont reicht oder einfach in der Stille die Schönheit der Landschaft auf mich wirken lassen. Aber alles kann man halt nicht haben.

Am letzten Tag in Tupiza wechsle ich den Sattel und schwinge mich zum ersten mal in meinem Leben auf ein Pferd. Zu meiner Überraschung bin ich nicht heruntergefallen, aber das ist wohl der zahmen Stute zu verdanken.

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In 5 Stunden reiten wir durch verschiedene Cañons in der Gegend.

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Der kleine Spidy Gonzales trabt immer hinterher und hat irgendwann Hunger.

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16.04.2010 Tupiza – Potosi ca. 300 km Ruta 14

Ich nehme den Bus und komme an einem modernen Busbahnhof an, der allerdings am tiefsten Punkt der Stadt liegt und das Zentrum liegt oben. Bei der dünnen Luft und den unzähligen mit Diesel betriebenen Kleinbussen die an mir vorbeifahren, muss ich ganz schön schnaufen bis ich oben ankomme.

17.04.2010 + 18. + 19.04.2010 Potosi ca. 3900 - 4100 ü. M.
Potosi war im 16. + 17. Jahrhundert eine der größten und reichsten Städte der Welt. Selbst die Stadt Rom mit ihrem Glanz und Gloria musste sich hinter Potosi anstellen. Noch heute sieht man den verblassenden Reichtum dieser Stadt an vielen Gebäuden die im Kolonialstil erbaut wurden, an.

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Reich und groß wurde Potosi durch Silber das im Cerro Rico gefunden wurde. Es gibt die Möglichkeit Touren in die Minen zu buchen, aber ich krieche nicht so gerne durch schmale Gänge in die dunkle Erde und lasse es deshalb lieber bleiben.
Ein Wichtel ziert die Deckel der Wasserleitungen

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20.04.2010 Potosi – Sucre ca.196 km Ruta 5 (Bus)

Die Tour hätte ich auch mit dem Fahrrad machen können. Meistens ging es bergab.
21.04.2010 Sucre
ist die Hauptstadt von Bolivien, der Regierungssitz ist aber in La Paz.
Das Zentrum von Sucre ist, mit den vielen gepflegten Gebäuden im Kolonialstiel sehenswert. Drumherum entstehen viel neue Siedlungen, die leider recht vermüllt sind.

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22.04.+ 23.04. + 24.04.2010 Sucre – Cochabamba 363 km? Ruta 5 + 7

Von Sucre nach Aiquille sollen es 113 km sein, so steht es auf meiner Karte und ich nehme das Fahrrad und fahre die ersten 35 km bis zum nächsten Ort, da ist ein Hotel, besser gesagt ein Haus mit fünf Räumen mit Betonboden und je zwei Betten drin. Nun ja, die Übernachtung kostet 10 Bs da schlucke ich das „Hotel“.
Jetzt sollen es ja nur noch 78 km sein, die schaffe ich an einem Tag und breche extra früh auf. Der Weg nimmt mal wieder keine Ende, aber die geteerte Straße. Ich schlucke nicht nur Staub, sondern der Staub schluckt auch mich.

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Als ich so am Rio Grande entlang wate, die Socken habe ich ausgezogen und die Hosen hochgekrempelt, fängt es an zu tröpfeln und vor mir hält ein LKW – Fahrer, der zusammen mit seiner Frau die Ladefläche abdeckt. Ich frage ihn wie weit es noch bis Aiquille ist und er meint so ca. 40 km. Ich dachte es wären 4 km, schluck.
Nach dieser Ernüchterung frage ich ihn ob er mein Fahrrad auf die Ladefläche heben kann, aber die hat er schon zu und er sagt er kann es auf dem Fahrerhaus transportieren. In der Zwischenzeit hat es angefangen zu gießen und bis er das Fahrrad und mein Gepäck (das er auf die Ladefläche wirft) befestigt hat, sind wir Beide tropfnass.
Er hat trockene Klamotten dabei und zieht sich um, ich sitze nass und schlotternd die nächsten 2 Stunden bis Aiquille im Führerhaus, aber besser schlecht gefahren als noch schlechter gelaufen.
Ab jetzt fahre ich in Bolivien nur noch mit dem Bus.
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Von Aiquille nach Cochabamba nimmt der Bus die Ruta 5 und 7. Das Besondere ist zum einen die herrliche Landschaft mit den vielen kleinen Dörfern und den Menschen die auf den Feldern arbeiten und die Ernte einbringen. Die Scholle wird hier noch von Hand bearbeitet. Zum Anderen die Ruta 5 selbst, die komplett aus Kopfsteinpflaster ist und durch die Berge führt, was für eine Arbeit.
Als ich am Samstag Nachmittag in Cochabamba ankomme trifft mich der Schlag. Die Straßen sind gestopft voll von Händlern, Menschen und Kleinbussen die sich durch die Masse schieben. Ich habe Mühe mit meinem Fahrrad in die Innenstadt zu kommen. Als ich am Abend etwas essen gehe, verlaufe ich mich in dem Labyrinth der vielen Stände.
Am Sonntag den 25.04.2010 bleibe ich in Cochabamba und der ganze „Spuk“ ist vorbei, da am Sonntag nur wenig Geschäfte geöffnet haben.


26.04.2010 Rute Cochabamba – La Paz Ruta 4 + 1, 385 km (Bus)

27.04.2010 – 02.05.2010 La Paz eine beeindruckende Stadt
Beeindruckend nicht nur wegen ihrer Lage, sie liegt zwischen 3200 m und 4100 m hoch, nein sie ist auch der höchst gelegene Regierungssitz der Welt.
Mit dem Bus fährt man von einem Plateau in Serpentinen in die Stadt hinab und kann dabei einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und den schneebedeckten Gipfel des Ilimani, der 6439 m hoch ragt, genießen.

Ein Häusermeer kriecht an den Hängen entlang nach oben.
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In allen Bereichen herrscht in La Paz ein geordnetes Chaos, den Eindruck habe ich jedenfalls. Zu kaufen gibt es hier alles vom Badewannenstöpsen, Mausefalle, Getrocknete Lamaföten und sonstige Heilmittelchen, Stoffe, Schuhe, Brillen...und jeder versucht sein Geschäft zu machen. Ein Heer von Schuhputzern sorgt für blanke Schuhe und hunderte von Kleinbussen befördern die Menschen. Dabei ist immer einer am Fenster der das Ziel ausruft und dafür sorgt dass auch Leute mitfahren. Damit auch keiner verhungert gibt es an allen Ecken was zu essen und zu trinken. Selbst die alten Frauen haben irgendwas zu verkaufen, soziale Unterstützung gibt es hier wohl nicht, jeder sorgt für sich selbst.

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Und die Damen tragen ihr Handtäschchen auf dem Rücken.
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Aber La Plaz bietet auch eine Menge Kultur, Unterhaltung und Museen. Das Cocamuseum habe ich besucht und die Informationen dazu in deutsch erhalten.
Was den Argentiniern der Mate und den Deutschen der Kaffee ist, das ist den Bolivianern das Coca.
Als Coca bezeichnet man das getrocknete Blatt des Cocastrauches.
Cocablätter werden traditionell von der indigenen Bevölkerung ausgelutscht. Dazu werden mehrere Blätter in eine Backe geschoben und so lange ausgesaugt bis die Wirkstoffe aufgebraucht sind. Das wird in Bolivien schon seit ein paar tausend Jahren so praktiziert, denn Coca hilft nicht nur gegen die Höhenkrankheit sondern auch gegen viele andere Wehwehchen. Außerdem wurde und wird es zu kultischen Zwecken genutzt.
Erst in neuerer Zeit wurde die Pflanze missbraucht um aus ihr Kokain herzustellen. Daraufhin entbrannte ein Drogenkrieg wobei immer wieder ganze Anbaugebiete vernichtet wurden. Als ob die Pflanze was dafür kann. Heute setzt sich der Präsident des Landes, Evo Morales für den Gebrauch des Cocablattes ein, aber er ist gegen die Herstellung von Kokain.
Mir selbst schmeckt das Blatt nicht besonders, aber den Tee habe ich gern getrunken, da ich mich in Höhen über 3000m einfach besser gefühlt habe.

Ein Ausflug zum Valle de la Luna. Durch Bodenerosion sind bizarre Felsenformationen entstanden.

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03.05.2010 La Plaz – Copacabana Ruta 67+37, 144 km (Bus)

Der Ort Copacabana liegt am Titicaca-See auf ca. 3800 m. Um dahin zu kommen durchfährt der Bus erst mal El Alto, eine Stadt oberhalb La Paz und da die Bewohner irgend etwas durchsetzen wollen, haben sie die Straße gesperrt (das ist in Bolivien so üblich). Also geht es außen herum durch die Pampa immer am Fluß entlang oder auch hindurch. Wasser ist nicht viel drin dafür aber um so mehr Müll und auch tote Hunde. Hauptsächlich PET-Flaschen, man könnte in Bolivien einige Tonnen davon einsammeln und in Deutschland als Pfandflaschen abgeben. Der nächste Urlaub wäre gesichert. Die Bolivianer sind für die fachgerechte Entsorgung ihres Mülls noch nicht sensibilisiert, er wird einfach auf die Straße oder in die Landschaft geworfen.

Aber nun zurück zum Titicaca-See an dem ich am 04.05.2010 und am 05.05.2010 bin.

Als wir in Cobacobana ankommen findet gerade eine Parade zum 3. Mai Stadt. Zu Livemusik wird auf der Straße getanzt und viel Bier getrunken.

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Am Nachmittag erklimme ich dann den Calvarienberg, von dem aus man eine herrliche Aussicht auf die Umgebung hat.

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Mit dem Fahrrad fahre ich bis an die Grenze zu Peru.
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Dieses Kunstwerk entdecke ich in einer Straße in Copacapana.
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Mit dem Schiff mache ich einen Ausflug zur Isela de Sol. Laut Überlieferung der Inka wurde hier die Sonne geboren. Autos gibt es auf der Insel keine, das Transportmittel sind Esel. Mit dem Schiff werden Souvenirs angeliefert, mit den Eseln nach oben auf die Insel transportiert, dort den Touristen verkauft die es wieder herunter schleppen und mit dem Schiff abtransportieren. Trotz diesem Umstand ist es eine schöne und besuchenswerte Insel.

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Das Hauptgeschäft des Ortes ist der Tourismus, da die Saison fast vorbei ist, sind die Tourenanbieter, Hotelangestellte, Restaurants, Busgesellschaften und Souvenierverkäufer hinter dem Touristen her wie der Teufel hinter einer Seele. Eine unangenehme Stimmung herrscht hier, weshalb ich nicht lange bleibe und nach La Paz zurückfahre.

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06.05.2010 Fahrt nach La Paz und nach Santa Cruz de la Sierra ca. 900 km (Bus)

Von La Paz aus möchte ich am nächsten Tag nach Rurrenabaque fahren um von dort aus eine Tour in den Nationalpark Maldidi unternehmen. Der Bus der mich ins gewünschte Gebiet bringen soll, fährt jedoch nicht vom Hauptterminal ab, sondern von dem Stadtteil Villa Fatima. Da es in La Paz entweder bergauf oder bergab geht, war das eine recht anstrengende Wanderung mit bepacktem Fahrrad durch die engen Gassen und den Berg hinauf. Als ich ankomme, hat das Büro der Busgesellschaft geschlossen und als ich herum frage, sagt man mir dass zur Zeit kein Bus fährt da die Straße blockiert ist. Da ich keine Lust habe die Blockade auszusitzen, gehe ich zurück zum Hauptterminal und buche einen Platz im Bus, der mich über Nacht schlafend nach Santa Cruz de la Sierra bringt. Der Bus ist nicht ganz dicht und ich werde am Morgen nicht durch die Sonne geweckt sondern durch Regentropfen die einen Weg ins Innere gefunden haben.
Etwa 3500m ging es abwärts von La Paz nach Santa Cruz und nicht nur meine Wasserflasche ist durch den veränderten Luftdruck zerquetscht, sondern es knackt auch gewaltig in meinen Ohren.

07.05.2010 – 11.05.2010 Santa Cruz de la Sierra
In Santa Cruz fühle ich mich sehr wohl. Gleicht die Stadt doch mit ihren Gebäuden im Kolonialstiel der Stadt Salta in Argentinien sehr. Aber an die tropischen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit muss ich mich erst gewöhnen.

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In der Nacht vom 11.05.2010 zum 12.05.2010 fahre ich nach Porto Suraez, an die Grenze zu Brasilien. Gerne wäre ich mit dem Zug gefahren, aber wie soll es anders sein, die Lokführer streiken und der Bus trödelt auch erst um 18:30 Uhr anstatt um 16:30 Uhr ein. Da kein Zug fährt ist der Bus vollbesetzt und es werden jede Menge Waren transportiert. Zuletzt kommt der Busbelader mit meinem Fahrrad an, das ich bei meiner Ankunft am Bahnhof abgeben musste, und findet dafür keinen Platz mehr, da ja einige der MItreisenden ihren Jahresbedarf an Kartoffeln im Bus trasportiert. Ich werde ganz schön sauer da ich 20 BS für den Transport bezahlt habe und ich bestehe darauf, dass das Fahrrad mitkommt. Während ich das Vorderrad abmontiere verstaut der Busbelader einige Koffer an einem anderen Platz, dann wird mein Fahrrad in den Gepäckraum gepfercht und da noch etwas Stauraum da ist, kommt oben drauf noch ein zusammengeklappter Rollstuhl. Mit schieben und quetschen wird die Klappe zugemacht. Mein armes Fahrrad, es tut mir in der Seele weh. Zum Glück habe ich die Satteltasche mit meinem Schlafsack in den Bus mitgenommen denn in der Nacht ist es ganz schön kalt.

Auf die Ausreise muß ich noch ein wenig warten da die Immigration erst um 8:00 Uhr öffnet. Bei der Ausreise in Bolivien betrete ich ein vernachlässigtes Gebäude und bekomme meinen Stempel von einer Dame die im rosa Joggiganzug an einem Küchentisch sitzt. Drei mal fragt sie mich ob ich ein oder ausreisen will und drei mal antworte ich ihr dass ich ausreise. Vielleicht hat sie noch nicht ganz ausgeschlafen.

Der begrüßt mich in Brasilien.
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