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Das Essen gehört wie die Luft und die Liebe zu den elementaren Lebensgrundlagen.

Seit drei Tagen regnet es ununterbrochen, nimmt das denn kein Ende. Ich könnte die Wolken nach Deutschland blasen, die warten dringend auf Regen.

Aber gut es ist wie es ist, ich habe Zeit mir so meine Gedanken zu machen, zum Beispiel über das Essen. Dieses Thema kommt mir heute im Besonderen in den Sinn da Sonntag ist und in diesem Kaff alles zu hat, sogar die Kneipen und die Tankstellen. Nachdem ich im Regen auf der Suche nach was essbarem, zuerst links dann rechts dann wieder in eine andere Richtung gelaufen bin, war ich schließlich pitschnass. Mit einer Luftfeuchtigkeit von 89% bleibt die Nässe in den Klamotten hängen wie Schweißgeruch. Auf dem Rückweg fand ich dann eine Lokalität die gerade schließen wollte da schon 13:30 Uhr war. In Brasilien isst man um 12:00 Uhr zu Mittag.

Seit ich reisend-lebe erlebt mein Gaumen in jedem Land eine andere Esskultur. Am Anfang meiner Reise hatte ich immer mal wieder Sehnsucht nach meinen Lieblingsspeisen. Jetzt bin ich gespannt auf die kulinarischen Erlebnisse des jeweilignen Landes das ich gerade bereise.

Die Argentinier essen mit Vorliebe Fleisch in allen Variationen und nach Fleisch kommt an zweiter Stelle Fleisch und danach noch Brot. Da ich nicht so sehr eine Fleischesserin bin habe ich natürlich das Nachsehen. Wenn ich rotes Fleisch esse, kribbelt es in meinem ganzen Körper und ich kann Nachts nicht schlafen. Fisch und Hähnchen dagegen machen mir nichts aus. Aber da ich in Argentinien viel gezeltet habe, konnte ich meistens mein eigenes Süppchen kochen. Wie froh war ich als ich in Chile, in einem Ort in dem viele Deutsch stämmige leben, endlich mal wieder in den Genuss eines frisch gebackenen Heidelbeerkuchens kam.

In Bolivien ist das essen so karg wie die Andenlandschaft. Im Hotel gab es zum Frühstück ein Brötchen, so etwas wie Margarine, (ungenießbar) und einen Klecks Marmelade. Bei einem Kontinentalen Frühstück gab es noch ein Glas Fruchtsaft dazu. Außer im Hotel in Turpiza, da gab es ein ordentliches Frühstückbuffet.

Zu Mittagessen gibt es Reis, Pommes oder so was ähnliches, und Hähnchen. Natürlich kann man das auch in einer umgekehrten Variante essen.

In Paraguay esse ich Sandwichs, teilweise wirklich gute und teilweise wirklich schlechte.

Brasilien, ist das Schlaraffenland schlechthin, man glaubt es nicht.

Zum Frühstück gibt es immer ein Frühstücksbuffet mit verschiedenen Sorten Obst, Kuchen, Brot, Wurst, Käse, Marmelade, Dulce de Leche, Honig, Schmier aus Zuckerrohr, Kaffee, Tee, Milch hieß und kalt, Fruchtsäfte, Joghurt und auch manchmal Müsli. Als ich von Bolivien nach Brasilien kam und das erste Frühstück zu mir nahm, dachte ich, ich bin im 7. Gurmethimmel.

Auch das Mittagessen in Brasilien ist ein spezielles. Entweder esse ich Buffet libre, da bezahlt man einen Betrag und man isst vom Buffet so viel man will. Oder Buffet per Kilo, da wird abgewogen wie viel man isst. Kommt man dabei über einen Höchstbetrag, der liegt so wischen 10-18 Real , bezahlt man nicht mehr.

Das Buffet besteht aus verschiedenen Fleischsorten, auch Hähnchen und manchmal Fisch, verschiedenen Kartoffelgerichten, Nudeln, Aufläufe, Reis, dunklen Bohnen, verschiedenen Salaten und Gemüse. Das Beste für mich ist immer der Nachtisch, Pudding, Kuchen, Grütze, Milchreis... eine wahrer Gaumenschmaus. Ich habe festgestellt, dass die kleinen Familienbetriebe nicht nur am Günstigsten sind, sondern auch das beste Essen haben.

Das Abendessen lasse ich meistens aus, denn ich habe vom Frühstück und Mittagessen genug, höchstens noch ein bisschen Obst oder ein paar Kekse.

 
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